Tag des Regenwurms: Der unterschätze Held im Boden

von | 15. Februar 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Die Kreis­grup­pe Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen des BUND Natur­schutz in Bay­ern nimmt den Tag des Regen­wurms am 15. Febru­ar zum Anlass, auf die Bedeu­tung intak­ter Böden für die Bio­di­ver­si­tät, den Kli­ma­schutz, den Was­ser­rück­halt und die Ernäh­rungs­si­che­rung hin­zu­wei­sen.

„Regen­wür­mer sind stark unter­schätz­te Hel­den und leis­ten Schwerst­ar­beit im Boden. Mit ihrer Wühl- und Fraß­tä­tig­keit lockern und durch­lüf­ten sie den Boden und schich­ten ihn um. Sie sor­gen für ein aus­ge­dehn­tes Poren­sys­tem, in dem Regen­was­ser tief in den Boden ein­si­ckern kann und in dem Pflan­zen bes­ser wur­zeln kön­nen. Auch ande­re im Boden leben­de Tier­ar­ten pro­fi­tie­ren davon. Wo Regen­wür­mer aktiv sind, bil­det sich Humus, der nicht nur für die Boden-Frucht­bar­keit wich­tig ist, son­dern auch für den Kli­ma­schutz, weil er Koh­len­stoff spei­chert, so Bri­git­te Löff­ler, BN-Vor­sit­zen­de der Kreis­grup­pe.“ Der Schutz und Erhalt regen­wurm­rei­cher Böden ist gera­de in Zei­ten der Kli­ma­kri­se mit zuneh­men­den Stark­re­gen­er­eig­nis­sen immer wich­ti­ger. Nicht zuletzt sind Regen­wür­mer selbst Fut­ter für ande­re Tie­re wie bei­spiels­wei­se Vögel- und Klein­säu­ger.

Von den welt­weit etwa 3.000 bekann­ten Regen­wurm-Arten leben 49 in  Deutsch­land. Die bekann­tes­ten sind der braun­ge­färb­te Gemei­ne Regen­wurm oder Tau­wurm, der Kom­post­wurm, der Klei­ne Acker­wurm oder Gar­ten­wurm  und der Rote Wald­re­gen­wurm. Regen­wür­mer leben im Boden in einem lan­gen und weit­ver­zweig­ten Röh­ren­sys­tem, da sie eine feuch­te Haut haben und Son­ne mei­den. Sie kön­nen meh­re­re Jah­re alt wer­den.

In einem Qua­drat­me­ter gesun­den Bodens leben 100 bis 400 Regen­wür­mer. Regen­wür­mer fres­sen und zer­set­zen Laub, orga­ni­sche Streu, Bak­te­ri­en, Grün­al­gen, Pilz­spo­ren und Ein­zeller. In 24 Stun­den ver­ar­bei­tet der Regen­wurm eine Men­ge, die sei­nem eige­nen Kör­per­ge­wicht ent­spricht. Pro Jahr und Qua­drat­me­ter wer­den so etwa 50 Kilo Kot an die Erd­ober­flä­che gebracht. Die klei­nen Regen­wurm­häuf­chen, die sich bei genau­em Hin­se­hen leicht erken­nen las­sen, sind feins­ter Dün­ger für Pflan­zen, da sie vie­le Nähr­stof­fe ent­hal­ten.

Der Darm des Regen­wurms ist eine wah­re Wun­der­fa­brik: orga­ni­sches Mate­ri­al und Boden­teil­chen wer­den im Darm zer­klei­nert und die Humus­stof­fe und Ton­teil­chen wer­den zu neu­en Ton-Humus­kom­ple­xen ver­bun­den. Ton-Humus­kom­ple­xe sind ein ganz wich­ti­ger Bestand­teil gesun­der, frucht­ba­rer Böden, da an ihnen beson­ders gut Nähr­stof­fe ange­la­gert wer­den kön­nen, wel­che die Pflan­ze dann bei Bedarf auf­neh­men kann. Eine wei­te­re Beson­der­heit des Regen­wurm­darms ist, dass sich gute, boden­för­der­li­che Bak­te­ri­en in sei­nem Darm ver­meh­ren, teil­wei­se bis um das Fünf­fa­che. Das för­dert wie­der­um das all­ge­mei­ne Boden­le­ben und die Zer­set­zung im Boden.

Ob sich Regen­wür­mer im Boden wohl füh­len, kön­nen wir selbst beein­flus­sen: „Bevor­zu­gen Sie Nah­rungs­mit­tel aus öko­lo­gi­scher Land­wirt­schaft ohne Ver­dich­tung der Böden, ohne häu­fi­ges und tie­fes Pflü­gen, ohne Gül­le und Pes­ti­zi­de und mit rei­cher Frucht­fol­ge. Bewirt­schaf­ten Sie Ihren Gar­ten natur­nah, mit Kom­post, ohne Gift und wenig Ver­sie­ge­lung. Las­sen Sie Laub lie­gen, das der Regen­wurm zum Fres­sen in sei­ne Röh­ren zie­hen kann und damit Ihre Gar­ten­er­de ver­bes­sert“, rät die Kreis­vor­sit­zen­de des BN.

Foto. Pix­a­bay