Turmschreiberbuch auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt

von | 9. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mar­tin Oswalds Aben­ber­ger Erleb­nis­se

(red). Der Aben­ber­ger Turm­schrei­ber ist eine fes­te Insti­tu­ti­on in der Lite­ra­tur-Tri­lo­gie des Land­krei­ses und wird gemein­sam von För­der­kreis His­to­ri­sche Burg Aben­berg, der Stadt Aben­berg und dem Land­kreis orga­ni­siert. 2023 wur­de der Kunst­pro­fes­sor Mar­tin Oswald aus Ravens­burg ein­ge­la­den, Aben­berg für vier Wochen zu erkun­den — dadurch ent­stand das sieb­te Turm­schrei­ber­buch „Kaf­ka hat am Sonn­tag geschlos­sen“, das nach der Vor­stel­lung in Aben­berg sei­ne Pre­mie­re auf der Leip­zi­ger Buch­mes­se fei­er­te.

Bücher über Aben­berg gibt es eini­ge, auch eine Buch­vor­stel­lung fin­det ab und an in der beschau­li­chen Burg­stadt statt. Dass es Aben­berg durch ein Turm­schrei­ber­buch auf die Leip­zi­ger Buch­mes­se schafft, kann man aber durch­aus als Sen­sa­ti­on betrach­ten. Mar­tin Oswald, der sieb­te Turm­schrei­ber Aben­bergs, hat dies mit sei­nem Buch „Kaf­ka hat am Sonn­tag geschlos­sen — Beob­ach­tun­gen eines Fla­neurs“ geschafft. Das Buch beschreibt humor­voll die Men­schen der Regi­on und vie­le Eigen­ar­ten unse­rer Zeit. Daher wur­de es nicht nur unter Lite­ra­tur­fans posi­tiv auf­ge­nom­men, son­dern erfreut beson­ders die Prot­ago­nis­ten im Buch und die Aben­ber­ger selbst, die es mit sei­nen lie­be­vol­len Beschrei­bun­gen zum Neu­ent­de­cken der eige­nen Hei­mat ein­lädt.

Das sieb­te Turm­schrei­ber­buch, das sei­nen Titel einem tür­ki­schen Schnell­im­biss in der Gegend ver­dankt, beschreibt Oswalds Beob­ach­tun­gen bei sei­nen Streif­zü­gen übers Aben­ber­ger Land und bei vie­len Gesprä­chen, bei denen er in das Leben der Aben­ber­ger ein­tauch­te. Als „Neben­säch­lich­keits­for­scher“ erkun­de­te er die Regi­on, ver­mit­telt in sei­nen Tex­ten einen neu­en Blick auf Stadt, Gegend und Men­schen und lässt unwich­tig schei­nen­de Details zu einer Bedeu­tung auf­stre­ben, die vie­les ver­rät. Mit sei­ner fein­sin­ni­gen Art und viel Wort­akro­ba­tik beschreibt er als „Mar­gi­na­len­samm­ler“, „Teil­ortbe­ge­her“ und „Stadt­rand­läu­fer“ das Leben in der Pro­vinz aus sei­nem Blick­win­kel. Ob Beschrei­bun­gen über die unter­schied­li­chen Arten von Gara­gen oder roman­ti­sche „Ken­nen­lern­ge­schich­te“ im Wirts­haus Was­ser­mun­ge­nau mit dem Män­ner­ge­sangs­ver­ein Froh­sinn, das Buch lebt von sei­nen Begeg­nun­gen mit den Men­schen vor Ort. Oswald gibt sei­ne Ein­drü­cke nicht nur in Wor­ten wie­der, er hält die­se auch in Blei­stift­skiz­zen fest. Die Bil­der stell­te er im ver­gan­ge­nen Win­ter als „Turm­zeich­ner“ auf Burg Aben­berg aus. Daher ver­blüfft es nicht, dass kein Gerin­ge­rer als der inter­na­tio­nal bekann­te deut­sche Maler Neo Rauch das Land­schafts­mo­tiv auf dem Titel des Turm­schrei­ber­buchs bei­steu­er­te.

Die Turm­schrei­ber­schaft als Gemein­schafts­pro­jekt von För­der­kreis der His­to­ri­schen Burg Aben­berg, Stadt Aben­berg und dem Land­kreis ist ein wich­ti­ger Teil der Kul­tur­för­de­rung in der Regi­on. Bei der Buch­vor­stel­lung im März drück­ten sowohl die stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin Ursu­la Klo­be als auch Bezirks­rat Sven Ehr­hardt ihre Begeis­te­rung über das Pro­jekt aus und lob­ten beson­ders Mar­tin Oswalds Auf­tre­ten im Ort, das alle Erwar­tun­gen an einen Turm­schrei­ber über­traf. Bür­ger­meis­te­rin Susan­ne König schloss sich die­ser Begeis­te­rung an und ver­lieh Oswald als beson­de­re Aner­ken­nung die Gewand­na­del der Stadt Aben­berg.

Vor sei­nem Auf­ent­halt in Aben­berg hat­te Oswald noch dar­über sin­niert, was ein Aben­ber­ger sei — ein schwe­rer Wein, eine alte Apfel­sor­te oder doch eine char­man­te Burg­stadt im frän­ki­schen Schicht­stu­fen­land. Beim Abschluss sei­ner Erst­le­sung im Bür­ger­saal in Aben­berg kam Oswalds tie­fe Ver­bin­dung, die er in sei­ner Zeit als Turm­schei­ber auf­bau­te, gera­de­zu emo­tio­nal und sehr berüh­rend zum Vor­schein: Er erzählt von sei­nem Besuch des Aus­sichts­turm „Lug­ins­land“ auf Burg Aben­berg. „Ande­re wür­den ihre Zeit dort begin­nen mit einem Blick über das Land, der ihnen Stoff zum Schrei­ben bie­ten soll“, so Oswalds nach­denk­li­che Wor­te. Er dage­gen schloss sei­ne Zeit dort ab, blick­te über die Flu­re und Wäl­der, die Gas­sen der Stadt und zeich­ne­te die Wege nach, die er gegan­gen war und erin­ner­te sich an lieb­ge­won­ne­ne Ecken. Er lässt sei­ne Zeit als Turm­schrei­ber in Aben­berg in Gedan­ken an sich vor­bei­zie­hen. Eine beson­de­re Ver­bin­dung ist ent­stan­den zwi­schen der Stadt, der Regi­on, den Men­schen und ihm.

Das Turm­schrei­ber­buch „Kaf­ka hat am Sonn­tag geschlos­sen. Beschrei­bun­gen eines Fla­nuers“ ist für 22 € bei der Stadt Aben­berg, im Land­rats­amt Roth und im Buch­han­del erhält­lich. Es ist im Krö­ner Ver­lag Edi­ti­on Klöp­fer erschie­nen.

Wei­te­re Ein­bli­cke zur Arbeit des Turm­schrei­bers sind unter www.landratsamt-roth.de/turmschreiber zu fin­den. Dort kön­nen alle Turm­schrei­ber­bü­cher bestellt wer­den.

Bild­un­ter­schrift: Zahl­rei­che Ehren­gäs­te fei­er­ten die Buch­vor­stel­lung — Stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin Ursu­la Klo­be, Ver­le­ger Hubert Klöp­fer, Elke und Mar­tin Oswald mit Bür­ger­meis­te­rin Susan­ne König und Bezirks­rat Sven Ehr­hardt. Foto: Land­rats­amt Roth