Vom Kassenhaus zum Kaffeekranz

von | 31. Mai 2026 | Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mit­te­le­schen­bach macht altes Bank­ge­bäu­de zum Alles­kön­ner

Mit­te­le­schen­bach — Das ehe­ma­li­ge Bank­ge­bäu­de in Mit­te­le­schen­bach wan­delt sich in den kom­men­den Mona­ten zu einem Dorf­la­den mit Café.

In die ehe­ma­li­ge Bank­fi­lia­le in Mit­te­le­schen­bach zieht wie­der Leben ein: Wo das Gebäu­de in der Raiff­ei­sen­stra­ße frü­her als Schal­ter­raum und Fut­ter­mit­tel­la­ger dien­te, ent­steht in den kom­men­den Mona­ten mit einem Dorf­la­den samt Café das neue Herz­stück der Gemein­de. Wolf­gang Neu­kirch­ner, Lei­ter des Amts für Länd­li­che Ent­wick­lung (ALE) Mit­tel­fran­ken, über­reich­te bei einem Ter­min in der Gemein­de an Bür­ger­meis­ter Ste­fan Buß­in­ger die offi­zi­el­le Ein­lei­tungs­ur­kun­de für die Ein­fa­che Dorf­er­neue­rung. Gleich­zei­tig hat­te der Behör­den­chef eine zwei­te gute Nach­richt im Gepäck: den lang­ersehn­ten För­der­be­scheid über knapp 378.000 Euro.

Seit der Schlie­ßung des letz­ten Lebens­mit­tel­mark­tes im Jahr 2023 gibt es in der knapp 1700 Ein­woh­ner zäh­len­den Gemein­de außer einer Metz­ge­rei kei­ne Nah­ver­sor­gung mehr, auch die Gast­stät­ten sind nur noch ein­ge­schränkt geöff­net. Ins­ge­samt inves­tiert die Gemein­de fast eine Mil­li­on Euro in den Umbau des ehe­ma­li­gen Bank­ge­bäu­des in der Raiff­ei­sen­stra­ße 3. Dank des Zuschus­ses flie­ßen nun 300.000 Euro direkt in den Dorf­la­den und wei­te­re 77.820 Euro in die Gestal­tung des Außen­be­reichs. „Die­ses Geld ist her­vor­ra­gend inves­tiert“, beton­te Amts­lei­ter Wolf­gang Neu­kirch­ner bei der Über­ga­be. „Das Pro­jekt passt ganz her­vor­ra­gend zu den fünf Leit­prin­zi­pi­en unse­rer Länd­li­chen Ent­wick­lung: Es sichert die Daseins­vor­sor­ge, stärkt den sozia­len Zusam­men­halt, för­dert die regio­na­le Wert­schöp­fung, schützt das Kli­ma und bewahrt die Arten­viel­falt.“

Das Beson­de­re an dem neu­en Kon­zept in zen­tra­ler Orts­la­ge: Unter einem Dach ent­ste­hen Berei­che, die völ­lig unab­hän­gig von­ein­an­der betrie­ben wer­den kön­nen – ein moder­ner Dorf­la­den, ein gemüt­li­ches Café, ein Bank­au­to­mat und drin­gend benö­tig­te öffent­li­che Toi­let­ten. Letz­te­re fehl­ten im Ort bis­lang kom­plett, was vor allem bei Groß­ver­an­stal­tun­gen wie der Kirch­weih, dem Dorf­fest oder dem Faschings­um­zug regel­mä­ßig für Pro­ble­me sorg­te. Damit wirk­lich jeder das Gebäu­de nut­zen kann, wird der gesam­te Kom­plex bar­rie­re­frei umge­baut. Beim Dorf­la­den setzt Mit­te­le­schen­bach auf ein inno­va­ti­ves, maß­ge­schnei­der­tes Modell: Ein per­so­nal­lo­ser Laden, der ohne ein teu­res Fran­chise-Kon­zept aus­kommt. Ein­hei­mi­sche und Gäs­te erhal­ten ein­fach per EC- oder Kun­den­kar­te Zutritt und kön­nen rund um die Uhr ein­kau­fen. Das Bes­te dar­an: Ein ört­li­ches Ehe­paar wird den Laden im Neben­ge­wer­be betrei­ben. Er bringt als Bäcker­meis­ter das Fach­wis­sen fürs Hand­werk mit, sie steu­ert ihre Erfah­rung aus einem Ede­ka-Markt bei. Belie­fert wird das Sor­ti­ment vom Ede­ka-Food-Ser­vice sowie von Bäckern und Metz­gern aus der Regi­on. Alko­hol wird man in den Rega­len aller­dings ver­geb­lich suchen – aus Rück­sicht auf den ört­li­chen Geträn­ke­markt.

Das Begeg­nungs­ca­fé als neu­er Treff­punkt

Wäh­rend der Laden digi­tal läuft, setzt das ange­schlos­se­ne Café voll auf das mensch­li­che Mit­ein­an­der. Die Gemein­de betreibt das Café in Eigen­re­gie. Es soll der neue Treff­punkt für Jung und Alt wer­den. Vor den Gebäu­den wird zudem der Asphalt auf­ge­ris­sen: Der Außen­be­reich wird ent­sie­gelt, begrünt und ver­wan­delt sich in eine son­ni­ge Café-Ter­ras­se mit Spiel­ge­rä­ten für Kin­der. Dass das Pro­jekt so pass­ge­nau auf die Bedürf­nis­se der Men­schen zuge­schnit­ten ist, liegt an der lan­gen Vor­ar­beit. Seit 2023 feil­ten die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Arbeits­krei­sen und einer schrift­li­chen Befra­gung an den Plä­nen – unter ande­rem am Logo, Namen und Design des Ein­gangs­be­reichs.

Kräf­ti­ge Finanz­sprit­ze für den länd­li­chen Raum

Neu­kirch­ner nutz­te den Ter­min auch, um den Land­tags- und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten für ihren Ein­satz zu dan­ken, der eine aus­kömm­li­che Mit­tel­aus­stat­tung der Länd­li­chen Ent­wick­lung über­haupt erst mög­lich mache. Bay­ern­weit ste­hen für die Jah­re 2026 und 2027 jeweils stol­ze 170 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung, im aktu­el­len Jahr kom­men zusätz­lich noch zehn Mil­lio­nen Euro aus einer Frak­ti­ons­in­itia­ti­ve oben­drauf. „Allein in Mit­tel­fran­ken rech­nen wir bei den öffent­li­chen Maß­nah­men mit rund 16 Mil­lio­nen Euro – wohl­ge­merkt ohne EU-Mit­tel und ohne die Pri­vat­för­de­rung“, rech­ne­te der Amts­lei­ter vor.

Zum Abschluss wünsch­te Neu­kirch­ner der Gemein­de einen guten und unfall­frei­en Ver­lauf der Umbau­ar­bei­ten: „Ich freue mich schon heu­te auf die offi­zi­el­le Eröff­nung und wün­sche dem Dorf­la­den und dem Café spä­ter vie­le hung­ri­ge und durs­ti­ge Kun­den.“

Bild­un­ter­schrift: Dorfladen_Mitteleschenbach. Foto: Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken