„Wasser ist für alle da“ – diözesaner Schöpfungstag im Kloster Plankstetten

von | 3. Oktober 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Plankstetten/Eichstätt. (red). Man­geln­der Hoch­was­ser­schutz in Ober­bay­ern, Was­ser­knapp­heit in Unter­fran­ken, Ver­schwen­dung von Brauch­was­ser durch Fir­men und pri­va­te Haus­hal­te – auch in die­sem Jahr hat sich der Schöp­fungs­tag im Bis­tum Eich­stätt hoch­po­li­tisch gezeigt. Bei der von der Stabs­stel­le Schöp­fung, Kli­ma- und Umwelt­schutz orga­ni­sier­ten Ver­an­stal­tung dreh­te sich alles um das The­ma Was­ser. Nach­hal­tig­keits­re­fe­ren­tin Lisa Amon begrüß­te dazu zahl­rei­che Gäs­te und Inter­es­sier­te in der Klos­ter­kir­che Plank­stet­ten.

In sei­nem Impuls leg­te der Eich­stät­ter Bischof Gre­gor Maria Han­ke dar, wie ambi­va­lent Was­ser in der Bibel vor­kommt: Als lebens­spen­den­des Ele­ment bei der Schöp­fung oder der Tau­fe Jesu, aber auch bedroh­lich als Sint­flut oder beim Aus­zug der Israe­li­ten aus Ägyp­ten. „Was­ser ist Ret­tung und Unter­gang zugleich“, sag­te Han­ke. Im letz­ten Buch der Bibel, in der Offen­ba­rung, wer­de aber deut­lich, dass für alle Men­schen eine Gar­ten­stadt „als neu­es Para­dies“ war­te, in der die Bäu­me an Was­ser gepflanzt sei­en. „Das Was­ser ist für alle gedacht.“

Die­sen Gedan­ken griff der Wei­ßen­bur­ger Wirt­schafts­jour­na­list Uwe Rit­zer in sei­nem Vor­trag auf. Was­ser sei eine kost­ba­re Res­sour­ce und dür­fe nicht ver­schwen­det wer­den. Dabei kri­ti­sier­te er Fir­men, die zur Her­stel­lung ihrer Pro­duk­te Was­ser aus eige­nen Brun­nen ver­wen­den, ohne dafür zu bezah­len. Er for­der­te die Ein­füh­rung eines soge­nann­ten Was­ser­cents als Anreiz, um spar­sa­mer mit Was­ser umzu­ge­hen. Auch in ande­rer Hin­sicht sei die Poli­tik gefor­dert: Das Hoch­was­ser und die Dür­re der ver­gan­ge­nen Jah­re sei­en zwei Sei­ten der­sel­ben Medail­le. „Der Kli­ma­wan­del sorgt für die extre­men Wet­ter­phä­no­me­ne“, so Rit­zer. Dar­um müs­se jetzt ein Bün­del an Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, wie zum Bei­spiel die Schaf­fung von Natur­räu­men, in denen das Was­ser ver­si­ckern kann. Es gebe zwar nicht den einen Knopf, der alles sofort ver­bes­se­re. „Aber wir müs­sen als Gesell­schaft das The­ma an die poli­ti­schen Ent­schei­der her­an­tra­gen, damit sich im Umgang mit dem Was­ser etwas ändert.“ Ansons­ten befürch­tet Rit­zer, dass Deutsch­land auf einen natio­na­len Was­ser­not­stand zusteu­ert.

Anre­gun­gen, wie man ver­ant­wor­tungs­voll mit der Res­sour­ce Was­ser umge­hen und sich nach­hal­tig ver­hal­ten kann, steu­er­ten das Büche­rei­we­sen im Bis­tum, die Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung Eich­stätt und die Stabs­stel­le Schöp­fung, Kli­ma- und Umwelt­schutz auf einer Info­bör­se bei. Im Rah­men des Schöp­fungs­tags fand zudem eine ortho­do­xe Was­ser­seg­nung am Main-Donau-Kanal in der Nähe des Klos­ters statt. Herz­stück des Tages war ein öku­me­ni­scher Schöp­fungs­got­tes­dienst, an dem neben Bischof Han­ke auch Regio­nal­bi­schof Klaus Stiegler vom evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Kir­chen­kreis Regens­burg, Archi­man­drit Geor­gi­os Sio­mos, Pfar­rer der Grie­chisch-Ortho­do­xen Aller­hei­li­gen­kir­che Mün­chen und Vor­stands­mit­glied der Arbeits­ge­mein­schaft Christ­li­cher Kir­chen (ACK) Bay­ern, sowie Abt Beda Maria Son­nen­berg von der Bene­dik­ti­ner­ab­tei Plank­stet­ten teil­nah­men. Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de die Fei­er von einer Scho­la unter der Lei­tung von Regio­nal­kan­tor Peter Hum­mel sowie den Möcken­lo­her Turm­blä­sern.
Ein­ge­bet­tet war der Schöp­fungs­tag in den Ern­te­dank­markt des Klos­ters Plank­stet­ten, bei dem rund 80 Aus­stel­le­rin­nen und Aus­stel­ler ihre Pro­duk­te zeig­ten. Der Schöp­fungs­tag fin­det jedes Jahr im Zeit­raum von 1. Sep­tem­ber bis zum 4. Okto­ber statt – in die­ser Zeit ruft die ACK zu einer öku­me­ni­schen Schöp­fungs­zeit auf.

Bild­un­ter­schrift:  Bischof Gre­gor Maria Han­ke, Wirt­schafts­jour­na­list Uwe Rit­zer und Nach­hal­tig­keits­re­fe­ren­tin Lisa Amon beim Schöp­fungs­tag in der Klos­ter­kir­che. Foto: Bern­hard Löhlein/pde.