Weniger Verkehrsunfälle — jedoch mehr verletzte Personen

von | 14. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik 2025 für den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Wei­ßen­burg / Gun­zen­hau­sen / Treucht­lin­gen — Die dies­jäh­ri­ge Ver­kehrs­un­fall­sta­tis­tik für den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen fällt sta­tis­tisch ten­den­zi­ell unauf­fäl­lig aus — über­schat­tet wer­den die Zah­len jedoch von den vier Ver­kehrs­un­fäl­len mit töd­li­chem Aus­gang. Beson­ders tra­gisch ist der Tod eines Klein­kin­des.

In dem durch die Poli­zei­in­spek­tio­nen Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen betreu­ten Stra­ßen­netz ereig­ne­ten sich ins­ge­samt 3403 Ver­kehrs­un­fäl­le, 71 Unfäl­le ‑und somit in etwa 2%- weni­ger als im Vor­jahr. Die über­wie­gen­de Anzahl von 2412 waren soge­nann­te Klein­un­fäl­le mit Sach­scha­den. Bei 371 Ver­kehrs­un­fäl­len wur­den 500 Per­so­nen ver­letzt (13 % mehr als im Vor­jahr), 96 davon erlit­ten schwe­re Ver­let­zun­gen, muss­ten also unfall­be­dingt sta­tio­när im Kran­ken­haus behan­delt wer­den.
Im Jahr 2025 waren im Schutz­be­reich der drei Land­kreis­in­spek­tio­nen 6 Ver­kehrs­un­fall­to­te zu bekla­gen. Bei aller Tra­gik haben nach­fol­gend erläu­ter­te Ver­kehrs­un­fäl­le mit töd­li­chem Aus­gang alle­samt gemein, dass ihnen indi­vi­du­el­les Fehl­ver­hal­ten der Betei­lig­ten als Haupt­un­fall­ur­sa­che zugrun­de liegt.

Plein­feld — Im Mai geriet ein 25-jäh­ri­ger Pkw-Fah­rer auf der Staats­stra­ße 2222 zwi­schen Gun­zen­hau­sen und Plein­feld mut­maß­lich aus Unacht­sam­keit in den Gegen­ver­kehr und kol­li­dier­te dort fron­tal mit dem Pkw einer 42-jäh­ri­gen Frau. Die­se erlag noch an der Unfall­stel­le ihren Ver­let­zun­gen, der Unfall­ver­ur­sa­cher über­leb­te schwer ver­letzt.

Treucht­lin­gen — Im Juni kam eine 85-jäh­ri­ge Pkw-Fah­re­rin auf der Bun­des­stra­ße 2 nahe der Abzwei­gung nach Oster­dorf allein­be­tei­ligt von der Fahr­bahn ab und im wei­te­ren Ver­lauf in einem angren­zen­den Feld zum Ste­hen. Die Unfall­ver­ur­sa­che­rin selbst wur­de leicht ver­letzt, ihr 85-jäh­ri­ger Bei­fah­rer erlag weni­ge Tage nach dem Ver­kehrs­un­fall sei­nen Ver­let­zun­gen.

Wei­ßen­burg - Im Juli geriet ein 42-jäh­ri­ger Pkw-Fah­rer auf der Bun­des­stra­ße 2 an der Orts­um­fah­rung Det­ten­heim mut­maß­lich u.a. auf­grund schlech­ter Wit­te­rungs-ver­hält­nis­se im Kur­ven­be­reich mit sei­nem Pkw ins Schleu­dern und kol­li­dier­te im wei­te­ren Ver­lauf fron­tal mit dem ent­ge­gen­kom­men­den Pkw einer 49-jäh­ri­gen Frau, wel­che eben­falls noch an der Unfall­stel­le ver­starb. Der Unfall­ver­ur­sa­cher zog sich schwe­re Ver­let­zun­gen zu.

Plein­feld — Im Dezem­ber kam es zu einem tra­gi­schen Ver­kehrs­un­fall, als der Fahr­strei­fen­wech­sel eines 25-jäh­ri­gen Pkw-Fah­rers auf der Bun­des­stra­ße 2 zwi­schen den Abfahr­ten Plein­feld Nord und Plein­feld Süd eine in glei­cher Fahrt­rich­tung befind­li­che 36-jäh­ri­ge Pkw-Fah­re­rin mut­maß­lich zu einem Aus­weich­ma­nö­ver ver­an­lass­te, in des­sen Ver­lauf es zu einem Fron­tal­zu­sam­men­stoß mit einem wei­te­ren, im Begeg­nungs­ver­kehr befind­li­chen Pkw kam. Die 36-jäh­ri­ge Pkw-Fah­re­rin, eine 28-Jäh­ri­ge Mit­fah­re­rin sowie deren 4‑jährige Toch­ter ver­star­ben alle noch an der Unfall­stel­le. Vier wei­te­re Per­so­nen, dar­un­ter auch der Unfall­ver­ur­sa­cher, wur­den leicht ver­letzt, zwei wei­te­re Per­so­nen wur­den schwer ver­letzt.

Bei 54 Unfäl­len waren Motor­rad­fah­rer betei­ligt (Vor­jahr 59). Dabei wur­den 49 Zwei­rad­fah­rer ver­letzt, etwa 12% weni­ger als im ver­gan­ge­nen Jahr.

Bei den Schul­weg­un­fäl­len ist ein deut­li­cher Anstieg von 4 Fäl­len im Vor­jahr auf 8 Unfäl­le im Jahr 2025 zu ver­zeich­nen. 9 Schü­ler zogen sich leich­te Ver­let­zun­gen zu, glück­li­cher­wei­se wur­de kein Schü­ler schwer­wie­gend ver­letzt. Wei­ter­hin fes­ter Bestand­teil der Ver­kehrs­si­cher­heits­ar­beit ist neben dem Bereich der täg­li­chen Schul­weg­über­wa­chung und Schul­weg­trai­ning in den Kin­der­gär­ten auch die uner­müd­li­che Arbeit der vie­len ehren­amt­lich täti­gen Schul­weg­hel­fer, wel­che Tag für Tag mit ihrem Ein­satz eben­so einen wesent­li­chen Bei­trag für einen siche­ren Schul­weg unse­rer Kin­der leis­ten.
Die Zahl der Ver­kehrs­un­fäl­le mit Betei­li­gung von jun­gen Erwach­se­nen im Alter von 18 bis 24 Jah­ren zeigt im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren mit 198 Unfäl­len nahe­zu kei­ne Ver­än­de­rung. Bei den Ver­kehrs­un­fäl­len mit Betei­li­gung von Senio­ren im Alter ab 65 Jah­ren ist ein deut­li­cher Anstieg fest­zu­stel­len. Bei 282 (Vor­jahr 242) Unfäl­len wur­den 86 Senio­ren ver­letzt, was einer Stei­ge­rung von etwa 28 % ent­spricht.

Im ver­gan­ge­nen Jahr kam es nicht zuletzt auf­grund der immer wei­ter stei­gen­den Nut­zung von Pedelec und Fahr­rad land­kreis­weit zu einem deut­li­chen Anstieg der Ver­kehrs­un­fäl­le mit Betei­li­gung von Rad­fah­rern. Die Fall­zah­len stie­gen hier von 95 Unfäl­len im Vor­jahr um 40 % auf 133 Unfäl­le in 2025, 131 Rad­fah­rer wur­den dabei ver­letzt. In gut der Hälf­te aller Fäl­le waren Fahr­rad­fah­rer Haupt­un­fall­ver­ur­sa­cher. Bereits seit meh­re­ren Jah­ren bie­ten die Poli­zei­in­spek­tio­nen im Land­kreis in Zusam­men­ar­beit mit der Kreis­ver­kehrs­wacht in die­sem Zusam­men­hang spe­zi­el­le Pedelec Trai­nings für Senio­ren an. Dort wer­den neben theo­re­ti­scher Ver­mitt­lung des siche­ren Umgangs mit dem E‑Bike auch pra­xis­be­zo­ge­ne Fahr­übun­gen unter Anlei­tung durch­ge­führt.
Auch die Fall­zah­len im Bereich der Fah­rer­fluch­ten sind leicht ange­stie­gen. Jedoch konn­te bei 420 Unfall­fluch­ten — knapp 10 % mehr als im Vor­jahr — in 163 Fäl­len der jewei­li­ge Ver­ur­sa­cher, nicht zuletzt auf­grund vie­ler Mit­tei­lun­gen und Hin­wei­se aus der Bevöl­ke­rung, ermit­telt wer­den. Somit stieg die Auf­klä­rungs­quo­te hier erfreu­li­cher­wei­se um knapp 3 %. Die Anzahl der Ver­kehrs­un­fäl­le unter Alko­hol- bzw. Dro­gen­ein­fluss sind 2025 mit 26 Unfäl­len im Ver­gleich zu 2024 mit 34 Unfäl­len leicht rück­läu­fig.

Haupt­un­fall­ur­sa­chen sind wei­ter­hin nicht ange­pass­te Geschwin­dig­keit, unge­nü­gen­der Sicher­heits­ab­stand, Feh­ler beim Abbie­gen, Wen­den und Rück­wärts­fah­ren sowie Vor­fahrts­ver­stö­ße, aber auch Ablen­kungs­ver­stö­ße, teil­wei­se durch die Nut­zung von Mobil­te­le­fo­nen. Aber auch ohne indi­vi­du­el­les Fehl­ver­hal­ten kann es immer wie­der zu Ver­kehrs­un­fäl­len kom­men. So ver­zeich­net die Sta­tis­tik ins­ge­samt 1440 Wild­un­fäl­le, knapp 10 % weni­ger als im Vor­jahr.

Zur Bekämp­fung der Geschwin­dig­keits­un­fäl­le wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr durch die drei Land­kreis­in­spek­tio­nen bei Geschwin­dig­keits­über­wa­chun­gen mit dem Hand­la­ser­mess­ge­rät ins­ge­samt 1007 Ein­satz­stun­den geleis­tet. Gegen 260 Ver­kehrs­teil­neh­mer wur­de ein Ver­war­nungs­geld aus­ge­spro­chen, 573 erhiel­ten einen Buß­geld­be­scheid inklu­si­ve Punk­te in Flens­burg. Zusätz­lich über­wach­te die Ver­kehrs­po­li­zei Ans­bach mit tech­ni­schem Gerät (Licht­schran­ke, Radar­ge­rät) Unfall­häu­fungs­stel­len und Gefah­ren­punk­te im Land­kreis. Auch sei­tens der kom­mu­na­len Ver­kehrs­über­wa­chung der Städ­te Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen wur­den Geschwin­dig­keits­kon­trol­len durch­ge­führt.

Neben 113 fest­ge­stell­ten Fahr­ten unter Alko­hol­ein­fluss wur­den 92 Fahr­ten unter Dro­gen­ein­fluss sank­tio­niert. 148 Kraft­fah­rer bzw. deren Bei­fah­rer ver­stie­ßen ‑trotz der mitt­ler­wei­le in nahe­zu jedem Fahr­zeug ver­bau­ten akus­ti­schen Warn­ein­rich­tun­gen- gegen die Gurt­an­le­ge­pflicht. 607 Buß­geld­be­schei­de ergin­gen gegen Fahr­zeug­füh­rer wegen ver­bo­te­ner Nut­zung des Mobil­te­le­fons.
Die geziel­ten Kon­troll­ak­tio­nen der letz­ten Jah­re in Zusam­men­ar­beit mit der eigens dar­auf spe­zia­li­sier­ten Kon­troll­grup­pe Car­tu­ning des Poli­zei­prä­si­di­ums Mit­tel­fran­ken zei­gen Wir­kung, sodass dem Phä­no­men der soge­nann­ten Poser wirk­sam begeg­net wer­den konn­te. Ins­ge­samt wur­den den­noch 10 Ver­stö­ße der unzu­läs­si­gen Lärm­ver­ur­sa­chung durch Poser geahn­det, fer­ner wur­den 25 Anzei­gen wegen dem Erlö­schen der Betriebs­er­laub­nis an nicht ord­nungs­ge­mäß aus­ge­rüs­te­ten Fahr­zeu­gen erstat­tet. Auch in die­sem Jahr wer­den die Poli­zei­in­spek­tio­nen Wei­ßen­burg, Gun­zen­hau­sen und Treucht­lin­gen rele­van­te Ver­stö­ße in die­sem Bereich kon­se­quent ver­fol­gen.

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