Wie viel Wald brauchten die Menschen früher?

von | 14. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Treuchtlingen, Weißenburg

Fran­ken­bund Wei­ßen­burg lädt zu his­to­ri­schem Vor­trag ein

Wei­ßen­burg – Wie haben die Men­schen vor Jahr­hun­der­ten ihre Wäl­der genutzt – und gab es damals schon Res­sour­cen­knapp­heit? Mit die­sen Fra­gen beschäf­tigt sich ein Vor­trag im Rah­men der Jah­res­ver­samm­lung des Fran­ken­bun­des, Grup­pe Wei­ßen­burg, am 22. April 2026 im Gast­haus „Gol­de­ner Adler“.

Refe­rent des Abends ist Dr. Roland Schmidt, der sei­ne wis­sen­schaft­li­che Arbeit zur Wald­ge­schich­te im Raum Eich­stätt vor­stellt. Unter dem Titel „Forst­ge­schich­te des Hoch­stifts Eich­stätt von den Anfän­gen bis zur Säku­la­ri­sa­ti­on“ nimmt er die Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer mit in eine Zeit, in der der Wald eine zen­tra­le Lebens­grund­la­ge war.

Im Fokus ste­hen die Jah­re zwi­schen 1500 und 1800. Holz war damals unver­zicht­bar – als Brenn­stoff, Bau­ma­te­ri­al und Grund­la­ge für vie­le Hand­werks­be­ru­fe. Der Vor­trag zeigt anschau­lich, wie sowohl die Obrig­keit als auch die Bevöl­ke­rung den Wald nutz­ten und wel­che Regeln dabei ein­ge­hal­ten wer­den muss­ten.

Beson­ders span­nend ist der Blick auf die Zeit ab etwa 1750: Mit dem Auf­schwung der Eisen­ver­ar­bei­tung stieg der Holz­be­darf stark an. Gro­ße Men­gen wur­den benö­tigt, um die Öfen zu betrei­ben. Gleich­zei­tig wird deut­lich, wel­che wirt­schaft­li­che Bedeu­tung die Wäl­der für den dama­li­gen Staat hat­ten und wel­che Ver­su­che unter­nom­men wur­den, die Nut­zung bes­ser zu len­ken und Schä­den zu ver­mei­den.

Auch ein weit ver­brei­te­tes Bild wird hin­ter­fragt: Ent­ge­gen der häu­fi­gen Annah­me eines all­ge­mei­nen Holz­man­gels zeigt Dr. Schmidt, dass es zwar ört­lich zu Über­nut­zun­gen kam, eine flä­chen­de­cken­de Knapp­heit jedoch nicht nach­weis­bar ist.

Der Vor­trag bie­tet damit nicht nur span­nen­de Ein­bli­cke in die regio­na­le Geschich­te, son­dern schlägt auch eine Brü­cke zu heu­ti­gen Fra­gen rund um Nach­hal­tig­keit und den ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit natür­li­chen Res­sour­cen.

Die Jah­res­ver­samm­lung des Fran­ken­bun­des beginnt um 19.00 Uhr, Gäs­te sind herz­lich will­kom­men. Im Anschluss an den Vor­trag besteht Gele­gen­heit zum Aus­tausch.

Foto: Pix­a­bay