Wir stehen nicht bei Null — Begegnung der drei Dekanatsausschüsse

von | 20. Juni 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg  / Gun­zen­hau­sen / Pap­pen­heim – Deka­nin Ingrid Gott­wald-Weber, Dekan Chris­ti­an Asch­off und Dekan Wolf­gang Popp luden zu einer Begeg­nung der Deka­nats­be­zir­ke Gun­zen­hau­sen, Pap­pen­heim und Wei­ßen­burg ins Luther­haus in Gun­zen­hau­sen ein. Die Mit­glie­der der drei Deka­nats­aus­schüs­se kamen zusam­men, um sich gegen­sei­tig ken­nen zu ler­nen, bis­he­ri­ge Koope­ra­tio­nen wahr­zu­neh­men und wei­te­re Schrit­te auf dem Weg zu einem gemein­sa­men Deka­nats­be­zirk zu gehen. In der Mit­te lag eine gro­ße Land­kar­te. Die meis­ten evan­ge­li­schen Gemein­de­mit­glie­der leben im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen.

Das Deka­nat Gun­zen­hau­sen, so Dekan Chris­ti­an Asch­off, fusio­nier­te bereits zum 1.1.2025 mit dem Deka­nat Hei­den­heim. 43 Kir­chen­ge­mein­den wer­den von 21 haupt­amt­li­chen Voll­zeit­stel­len ver­sorgt. Die drei Regio­nen Nord, Mit­te und Süd haben immer wie­der Vakan­zen zu schul­tern.

Deka­nin Ingrid Gott­wald-Weber stell­te das Deka­nat Wei­ßen­burg mit Bil­dern vor. „Kein schö­ner Land in die­ser Zeit als hier das uns­re weit und breit“, kom­men­tiert sie die Fotos begeis­tert. Eine Gra­fik des Deka­nats­ge­bie­tes zeigt die vier Regio­nen. Zum Sep­tem­ber wer­den alle haupt­amt­li­chen Stel­len besetzt sein, davon 20% mit Dia­ko­nen und einer Reli­gi­ons­päd­ago­gin.

Pap­pen­heim ist mit 22 Kir­chen­ge­mein­den das kleins­te Deka­nat, so Dekan Wolf­gang Popp. In den drei Regio­nen hat Zusam­men­ar­beit Tra­di­ti­on und er lob­te sein tol­les Team im Pfarr­ka­pi­tel. Die Gemein­de Kip­fen­berg wech­selt zum 1.1.2026 zum Deka­nat Ingol­stadt.

Gemein­sa­me Koope­ra­tio­nen der drei Deka­na­te gibt es bereits auf eini­gen Gebie­ten. „Wir ste­hen nicht bei Null“, so Dekan Chris­ti­an Asch­off.
Das Dia­ko­ni­sche Werk Süd­fran­ken hat sich mitt­ler­wei­le eta­bliert und beschäf­tigt etwa 1000 Mit­ar­bei­ten­de. Auf der Ebe­ne der Ver­wal­tung gehö­ren alle drei Deka­na­te zum Ver­wal­tungs­zweck­ver­band 5. Seit 2004 gibt es regel­mä­ßi­ge Deka­ne-Run­den, auch 2x jähr­lich ein Tref­fen mit dem Land­rat zu The­men, die Kir­che und Poli­tik betref­fen. Jähr­lich gibt es einen Stu­di­en­tag der drei Haupt­amt­li­chen-Kon­fe­ren­zen.
Das Erwach­se­nen­bil­dungs­werk Jura-Alt­mühl-Hah­nen­kamm ver­bin­det seit 2009 die vier Deka­na­te. Aktu­ell wird der Luther­weg erschlos­sen und ein Pil­ger­weg auf der Ach­se Hei­den­heim – Eich­stätt. Die Deka­nats­frau­en­ar­beit wird gemein­sam in den Deka­na­ten Wei­ßen­burg und Pap­pen­heim orga­ni­siert. Am 1. Juli 2025 fin­det zum Bei­spiel ein Got­tes­dienst von Frau zu Frau in Pap­pen­heim statt. Im Jugend­be­reich arbei­ten die Deka­nats­ju­gend­re­fe­ren­ten schon lan­ge zusam­men. Ein gemein­sa­mes Jah­res­pro­gramm und eine gemein­sa­me Web­sei­te ej-altmuehlfranken.de sind ent­stan­den.
Für den gan­zen Land­kreis wird die Not­fall­seel­sor­ge in einem öku­me­ni­schen Kreis orga­ni­siert, der die Ver­sor­gung stemmt und sich regel­mä­ßig aus­tauscht. Leben­di­ge Kir­chen­mu­sik und eine hohe Posau­nenchor­dich­te prä­gen alle Deka­na­te, auch auf die­sem Gebiet wird koope­riert. Außer­dem gibt es eine gute Zusam­men­ar­beit im Bereich Tou­ris­mus, Reli­gi­ons­un­ter­richt und bei den KiTa-Geschäfts­füh­rern.

Nach der Vor­stel­lung der Koope­ra­tio­nen war die Ein­schät­zung der Anwe­sen­den gefragt. Wie gut ist die gegen­wär­ti­ge Zusam­men­ar­beit der Deka­nats­be­zir­ke auf einer Ska­la von 1 — 10? Deka­nin Gott­wald-Weber und Dekan Popp zeig­ten sich sehr zufrie­den mit der bis­he­ri­gen Zusam­men­ar­beit, die meis­ten Teil­neh­men­den stan­den bei den Wer­ten 2 – 6. „Es geht noch mehr“, das war eine Erkennt­nis aus dem Stand­bild.

Ins­ge­samt kämen bei einer Fusi­on ca. 60 000 Gemein­de­glie­der zusam­men, d.h. es gäbe dann zwei Dekan-Stel­len. Laut Lan­des­kir­che sol­len zukünf­tig Deka­na­te min­des­tens 35 000 Gemein­de­glie­der haben. Die Anzahl der Pfar­rer und Pfarr­stel­len redu­ziert sich seit eini­gen Jah­ren, da ist es kon­se­quent, auch die Zahl der Lei­tungs­stel­len zu redu­zie­ren und auch auf die­sem Gebiet finan­zi­el­le Ein­spa­run­gen zu errei­chen. In Zukunft wer­den Deka­nats­be­zir­ke mehr Ver­ant­wor­tung haben, orts­na­he Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Das ist in einem grö­ße­ren Deka­nat bes­ser zu stem­men.

Der wei­te­re Pro­zess sieht fol­gen­der­ma­ßen aus: Eine Arbeits­grup­pe, bestehend aus der Deka­nin, den bei­den Deka­nen und Dele­gier­ten aus den jewei­li­gen Deka­nats­aus­schüs­sen, trifft sich regel­mä­ßig, um die nächs­ten Schrit­te auf dem Weg zu einem gro­ßen Deka­nat zu über­le­gen und Ent­schei­dun­gen vor­zu­be­rei­ten. Beglei­tet wird die Arbeits­grup­pe durch Mit­ar­bei­ten­de der Wirk­statt Evan­ge­lisch. In den Deka­nats­aus­schüs­sen wird regel­mä­ßig berich­tet. Die Ent­schei­dun­gen wer­den dann in den drei Deka­nats­aus­schüs­sen und zum Teil auch in den drei Deka­nats­syn­oden getrof­fen.

Bild­un­ter­schrift: „Aus­tausch“ zeigt Mit­glie­der der drei Deka­nats­aus­schüs­se beim Aus­tausch und Ken­nen ler­nen. Foto: Annet­te Teil­le.