Weißenburg / Gunzenhausen / Pappenheim – Dekanin Ingrid Gottwald-Weber, Dekan Christian Aschoff und Dekan Wolfgang Popp luden zu einer Begegnung der Dekanatsbezirke Gunzenhausen, Pappenheim und Weißenburg ins Lutherhaus in Gunzenhausen ein. Die Mitglieder der drei Dekanatsausschüsse kamen zusammen, um sich gegenseitig kennen zu lernen, bisherige Kooperationen wahrzunehmen und weitere Schritte auf dem Weg zu einem gemeinsamen Dekanatsbezirk zu gehen. In der Mitte lag eine große Landkarte. Die meisten evangelischen Gemeindemitglieder leben im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Das Dekanat Gunzenhausen, so Dekan Christian Aschoff, fusionierte bereits zum 1.1.2025 mit dem Dekanat Heidenheim. 43 Kirchengemeinden werden von 21 hauptamtlichen Vollzeitstellen versorgt. Die drei Regionen Nord, Mitte und Süd haben immer wieder Vakanzen zu schultern.
Dekanin Ingrid Gottwald-Weber stellte das Dekanat Weißenburg mit Bildern vor. „Kein schöner Land in dieser Zeit als hier das unsre weit und breit“, kommentiert sie die Fotos begeistert. Eine Grafik des Dekanatsgebietes zeigt die vier Regionen. Zum September werden alle hauptamtlichen Stellen besetzt sein, davon 20% mit Diakonen und einer Religionspädagogin.
Pappenheim ist mit 22 Kirchengemeinden das kleinste Dekanat, so Dekan Wolfgang Popp. In den drei Regionen hat Zusammenarbeit Tradition und er lobte sein tolles Team im Pfarrkapitel. Die Gemeinde Kipfenberg wechselt zum 1.1.2026 zum Dekanat Ingolstadt.
Gemeinsame Kooperationen der drei Dekanate gibt es bereits auf einigen Gebieten. „Wir stehen nicht bei Null“, so Dekan Christian Aschoff.
Das Diakonische Werk Südfranken hat sich mittlerweile etabliert und beschäftigt etwa 1000 Mitarbeitende. Auf der Ebene der Verwaltung gehören alle drei Dekanate zum Verwaltungszweckverband 5. Seit 2004 gibt es regelmäßige Dekane-Runden, auch 2x jährlich ein Treffen mit dem Landrat zu Themen, die Kirche und Politik betreffen. Jährlich gibt es einen Studientag der drei Hauptamtlichen-Konferenzen.
Das Erwachsenenbildungswerk Jura-Altmühl-Hahnenkamm verbindet seit 2009 die vier Dekanate. Aktuell wird der Lutherweg erschlossen und ein Pilgerweg auf der Achse Heidenheim – Eichstätt. Die Dekanatsfrauenarbeit wird gemeinsam in den Dekanaten Weißenburg und Pappenheim organisiert. Am 1. Juli 2025 findet zum Beispiel ein Gottesdienst von Frau zu Frau in Pappenheim statt. Im Jugendbereich arbeiten die Dekanatsjugendreferenten schon lange zusammen. Ein gemeinsames Jahresprogramm und eine gemeinsame Webseite ej-altmuehlfranken.de sind entstanden.
Für den ganzen Landkreis wird die Notfallseelsorge in einem ökumenischen Kreis organisiert, der die Versorgung stemmt und sich regelmäßig austauscht. Lebendige Kirchenmusik und eine hohe Posaunenchordichte prägen alle Dekanate, auch auf diesem Gebiet wird kooperiert. Außerdem gibt es eine gute Zusammenarbeit im Bereich Tourismus, Religionsunterricht und bei den KiTa-Geschäftsführern.
Nach der Vorstellung der Kooperationen war die Einschätzung der Anwesenden gefragt. Wie gut ist die gegenwärtige Zusammenarbeit der Dekanatsbezirke auf einer Skala von 1 — 10? Dekanin Gottwald-Weber und Dekan Popp zeigten sich sehr zufrieden mit der bisherigen Zusammenarbeit, die meisten Teilnehmenden standen bei den Werten 2 – 6. „Es geht noch mehr“, das war eine Erkenntnis aus dem Standbild.
Insgesamt kämen bei einer Fusion ca. 60 000 Gemeindeglieder zusammen, d.h. es gäbe dann zwei Dekan-Stellen. Laut Landeskirche sollen zukünftig Dekanate mindestens 35 000 Gemeindeglieder haben. Die Anzahl der Pfarrer und Pfarrstellen reduziert sich seit einigen Jahren, da ist es konsequent, auch die Zahl der Leitungsstellen zu reduzieren und auch auf diesem Gebiet finanzielle Einsparungen zu erreichen. In Zukunft werden Dekanatsbezirke mehr Verantwortung haben, ortsnahe Entscheidungen zu treffen. Das ist in einem größeren Dekanat besser zu stemmen.
Der weitere Prozess sieht folgendermaßen aus: Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus der Dekanin, den beiden Dekanen und Delegierten aus den jeweiligen Dekanatsausschüssen, trifft sich regelmäßig, um die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem großen Dekanat zu überlegen und Entscheidungen vorzubereiten. Begleitet wird die Arbeitsgruppe durch Mitarbeitende der Wirkstatt Evangelisch. In den Dekanatsausschüssen wird regelmäßig berichtet. Die Entscheidungen werden dann in den drei Dekanatsausschüssen und zum Teil auch in den drei Dekanatssynoden getroffen.
Bildunterschrift: „Austausch“ zeigt Mitglieder der drei Dekanatsausschüsse beim Austausch und Kennen lernen. Foto: Annette Teille.


