Wird Essen gehen in 2026 billiger?

von | 17. Dezember 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mehr­wert­steu­er­sen­kung für die Gas­tro­no­mie

Restau­rants, Betriebs­kan­ti­nen und Bäcke­rei­en kön­nen sich ab 2026 auf eine steu­er­li­che Ent­las­tung ein­stel­len. Das Steu­er­än­de­rungs­ge­setz 2025 sieht unter ande­rem eine dau­er­haf­te Sen­kung der Umsatz­steu­er auf Spei­sen vor. Damit kehrt eine Rege­lung zurück, die vie­le Ver­brau­cher und Gas­tro­no­men noch aus der Coro­na-Zeit ken­nen. Der Steu­er­satz für Restau­rant- und Ver­pfle­gungs­dienst­leis­tun­gen wird ab dem 1. Janu­ar 2026 wie­der von 19 auf 7 Pro­zent redu­ziert. Für Geträn­ke bleibt dage­gen wei­ter­hin der regu­lä­re Steu­er­satz von 19 Pro­zent bestehen. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss der Bun­des­rat noch zustim­men.

Ent­las­tung für gas­tro­no­mi­sche Betrie­be

Gas­tro­no­men, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren unter den gestie­ge­nen Ener­gie- und Lebens­mit­tel­kos­ten sowie dem Fach­kräf­te­man­gel gelit­ten haben, kön­nen auf­at­men. Die Maß­nah­me dürf­te hel­fen, die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on und die Prei­se in der Bran­che zu sta­bi­li­sie­ren. Laut Bran­chen­ver­bän­den muss­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Tau­sen­de Gas­tro­no­mie­be­trie­be schlie­ßen. Wäh­rend ande­re auf­grund der dün­nen Mar­gen nur durch Preis­er­hö­hun­gen über­le­ben konn­ten. Eine nied­ri­ge­re Umsatz­steu­er ver­schafft hier etwas Spiel­raum und könn­te auch Arbeits­plät­ze sichern.

Von der Neu­re­ge­lung pro­fi­tie­ren nicht nur klas­si­sche Restau­rants. Auch Bäcke­rei­en und Metz­ge­rei­en mit Imbiss­be­trieb, der Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del mit war­men Spei­sen, Cate­rer, Men­sa­be­trei­ber sowie Ein­rich­tun­gen der Gemein­schafts­ver­pfle­gung – von Kitas über Schu­len bis hin zu Kran­ken­häu­sern – wer­den steu­er­lich bes­ser gestellt. Für sie ent­fällt künf­tig die kom­pli­zier­te Abgren­zung, wel­che Spei­sen bis­her dem vol­len und wel­che dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz unter­la­gen. Ab 2026 gel­ten ein­heit­lich 7 Pro­zent auf Spei­sen, unab­hän­gig davon, wo und wie der Ver­zehr erfolgt.

Kei­ne Garan­tie für sin­ken­de Prei­se

„Ob sich die­se Ent­las­tung auch im Geld­beu­tel der Ver­brau­cher bemerk­bar machen wird, bleibt aller­dings offen“, erklärt die Lohn­steu­er­hil­fe Bay­ern. Wenn die Unter­neh­men den nied­ri­ge­ren Steu­er­satz teil­wei­se oder voll­stän­dig an ihre Kun­den wei­ter­ge­ben, könn­ten die Prei­se für Spei­sen sin­ken und die Nach­fra­ge wie­der zuneh­men. Denn durch die anhal­ten­de Infla­ti­on essen vie­le Gäs­te sel­te­ner aus­wärts. In Zei­ten hoher Betriebs­kos­ten ist es jedoch frag­lich, ob vie­le Gas­tro­no­men die Ent­las­tung an die Kun­den wei­ter­ge­ben. Die Erfah­rung aus den Kri­sen­jah­ren zeigt, dass vie­le Betrie­be zunächst ihre Mar­gen sichern oder Inves­ti­tio­nen täti­gen. Auf Dau­er könn­ten die Preis­dy­na­mik aber gedämpft wer­den und wei­te­re Preis­sprün­ge bei Restau­rant­be­su­chen und Ver­pfle­gungs­an­ge­bo­ten aus­blei­ben.

Signal für fai­ren Wett­be­werb

Mit der Umsatz­steu­er­än­de­rung zieht der Gesetz­ge­ber einen Schluss­strich unter eine lang­jäh­ri­ge Ungleich­be­hand­lung zwi­schen gas­tro­no­mi­schen Dienst­leis­tun­gen und dem Lebens­mit­tel­ver­kauf. Wäh­rend die Mit­nah­me eines beleg­ten Bröt­chens schon immer mit 7 Pro­zent ver­steu­ert wur­de, galt für den­sel­ben Snack am Tisch der vol­le Satz von 19 Pro­zent. Durch die Gleich­stel­lung mit den Mit­nah­me-Spei­sen wer­den Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen besei­tigt und büro­kra­ti­sche Hür­den abge­baut.

Die dau­er­haf­te Sen­kung der Umsatz­steu­er auf Spei­sen ist somit mehr als nur eine steu­er­li­che Anpas­sung: Sie ist ein Signal an eine gro­ße und viel­fäl­ti­ge Bran­che, die lei­det. Ob Ver­brau­cher tat­säch­lich nied­ri­ge­re Prei­se spü­ren wer­den, hängt letzt­lich von den Betrie­ben ab. Die Ver­ein­heit­li­chung des Steu­er­sat­zes stärkt aber sicher­lich die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Gas­tro­be­trie­be. Die­se bil­den nicht nur einen Wirt­schafts­sek­tor, son­dern vom Wirts­haus über den Bier­gar­ten bis hin zum Kaf­fee­haus auch einen Teil lan­des­ty­pi­scher Iden­ti­tät, die es zu bewah­ren gilt.

Über die Lohi — Lohn­steu­er­hil­fe Bay­ern e. V.Die Lohi (Lohn­steu­er­hil­fe Bay­ern e. V.) mit Haupt­sitz in Mün­chen wur­de 1966 als Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein gegrün­det und ist mit rund 300 Bera­tungs­stel­len bun­des­weit aktiv. Mit über 700.000 Mit­glie­dern ist der Ver­ein einer der größ­ten Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ei­ne in Deutsch­land. Die Lohi zeigt Arbeit­neh­mern, Rent­nern und Pen­sio­nä­ren – im Rah­men einer Mit­glied­schaft begrenzt nach § 4 Nr. 11 StBerG – alle Mög­lich­kei­ten auf, Steu­er­vor­tei­le zu nut­zen.

Foto: Pix­a­bay