Nachhaltigkeit in der Kunststoffverpackungsindustrie
Gunzenhausen — Am 29. Oktober fand bei der VERPA Folie GmbH in Gunzenhausen die zweite Veranstaltung der Formatreihe „Wirtschaftsimpulse Altmühlfranken“ statt. Das Dialog- und Anwenderforum stand dabei unter dem Motto „Nachhaltigkeit in der Kunststoffverpackungsindustrie – Chancen und Herausforderungen“. Eingeladen hatte die Wirtschaftsförderung des Landkreises, die mit diesem Format den fachlichen Austausch rund um zukunftsfähige Themen und innovative Unternehmenspraxis in der Region fördert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Nachhaltigkeit in der Kunststoffverpackungsbranche konkret, wirtschaftlich tragfähig und erfolgreich umgesetzt werden kann. Das Forum bot dazu zahlreiche Anregungen, Praxisbeispiele und Raum für Diskussion – ein Treffpunkt für Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte und Interessierte gleichermaßen.
Nach der Begrüßung durch Landrat Manuel Westphal, der die Ziele der Veranstaltungsreihe „Wirtschaftsimpulse Altmühlfranken“ kurz vorstellte, übernahm das gastgebende Unternehmen VERPA Folie Gunzenhausen GmbH die inhaltliche Einführung. Das Familienunternehmen gilt als einer der Vorreiter der Branche, wenn es um nachhaltige Folienlösungen geht, und stellte anschaulich vor, wie ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz miteinander vereinbar sind.
Im Anschluss stellte die Geschäftsleitung der Unternehmensgruppe die VERPA Folie GmbH sowie ihre Nachhaltigkeitsstrategie vor. Das international agierende, fränkische Familienunternehmen verfügt über 40 Jahre Erfahrung in der Entwicklung innovativer Folienprodukte. Im Vortrag wurde deutlich, wie VERPA durch den Einsatz von Rezyklaten, biobasierten Materialien und geschlossenen Materialkreisläufen gemeinsam mit Kundinnen und Kunden ressourcenschonende Verpackungslösungen entwickelt. Werksleiter Marco Stenglein präsentierte erfolgreiche Produkte bzw. Projekte wie beispielsweise, die Folienrückholung mit dem „Verpa Release System“, das Recycling-Konzept „Verpalin Green Life“ sowie das neue Verpa-Mehrwegsystem bei der PP-Hohlkammerplattenproduktion. Ein Projekt ist hier das eigens entwickelte Kunststoff-Mehrwegsystem, indem die Kisten bis zu 25 mal wiederverwendet werden können, ehe sie regranuliert und zu neuen Produkten verarbeitet werden.
Auch die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die ab dem 12. August 2026 in Kraft tritt, war Bestandteil der Diskussion. Sie verpflichtet Unternehmen unter anderem dazu, bis 2030 alle Verpackungen recyclingfähig oder wiederverwendbar zu gestalten, bestimmte Rezyklatanteile zu erfüllen und unnötige Verpackungen zu vermeiden. Die Verordnung legt somit klare Vorgaben für die Gestaltung, Verwendung und Entsorgung von Verpackungen fest, um die Umweltbelastung zu minimieren.
Der Firmeninhaber André Baumann und sein Geschäftsführer Thomas Grebner appellierten an die Teilnehmer, sich bereits jetzt mit dem Thema auseinanderzusetzen und nicht bis zum Start der Verordnung in 2030 zu warten. VERPA sei hierbei bereits heute auf einem guten Weg: „Wir sind stolz darauf, als Pionier im Bereich innovativer und nachhaltiger Verpackungslösungen bestens auf die neuen Vorgaben und Verordnungen rund um die PPWR vorbereitet zu sein“, erklärte Andre Baumann.
Nach den Impulsvorträgen gab zudem Mara Hancker (Geschäftsführerin Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.) einen kurzen Einblick in ihre Verbandsarbeit sowie über die Veränderungen in der Branche in den vergangenen 20 Jahren. Dabei appellierte die Geschäftsführerin an die Vertreter der Kunststoffindustrie, mit den eigenen Themen, wie z.B. Recyclingfähigkeit bei Kunststoffen, durchaus auch selbstbewusst nach außen zu treten.
Ein besonderes Highlight war der anschließende Rundgang durch die Produktionshallen von VERPA Folie. Dabei konnten die Teilnehmer etwa die Folienextrusion, die HighSpeed-Druckerei sowie die Konfektion live im Betrieb erleben und die zuvor erläuterten Konzepte direkt in der Praxis verfolgen. Auch der Austausch mit den Fachleuten vor Ort kam nicht zu kurz. Das Forum bot somit nicht nur wertvolle Informationen und Best-Practice-Beispiele, sondern auch Gelegenheit zum Netzwerken und Erfahrungsaustausch. Ziel der Veranstaltung war es, praxisnahe Impulse für die eigene Unternehmensentwicklung mitzunehmen und den regionalen Dialog zum Thema Nachhaltigkeit weiter zu vertiefen.
Auch Landrat Manuel Westphal war beeindruckt vom Wissensaustausch bei der Veranstaltung: „Nachhaltigkeit ist längst kein Trendthema mehr, sondern ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Unternehmen wie VERPA zeigen eindrucksvoll, dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Genau diesen praxisnahen Austausch und Wissenstransfer zu aktuellen Themen fördern wir mit den Wirtschaftsimpulsen Altmühlfranken.“
Die Wirtschaftsimpulse der Wirtschaftsförderung sind mit ihren Dialog- und Anwenderforen gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Rahmen des Regionalmanagements Bayern.
Schon bald wartet mit dem kommenden Dialog- und Anwenderforum das nächste Highlight der „Wirtschaftsimpulse Altmühlfranken“. Am 12. November dreht sich im Saal der Brauerei Fürst Carl in Ellingen alles um das Thema „Erschließung neuer Auslandsmärkte – gewusst wie!“. Die Anmeldung hierfür läuft noch unter https://kunststoffverpackungen.de/ gibt es noch weitere Informationen.


