Bei Gluthitze auf dem Dach: Ausfallgeld sorgt dafür, dass Lohntüten nicht leer bleiben

von | 15. August 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Bei Hit­ze­frei für die „höchs­ten Jobs im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen“: Son­ne brennt kein Loch in Dach­de­cker-Lohn­tü­ten

(red). Hit­ze­frei für die „höchs­ten Jobs“ im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen: Dach­de­cker arbei­ten ziem­lich weit oben – und oft auch in ziem­lich pral­ler Son­ne. „Die rund 40 Dach­de­cker im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen machen da gera­de eini­ges mit. Aber bei allem Son­nen­schutz – vom stän­di­gen Ein­cre­men übers Abde­cken der Haut bis zum inten­si­ven Was­ser­trin­ken: Wenn die Son­ne so rich­tig vom Him­mel knallt, dann müs­sen auch die Pro­fis run­ter vom Dach. Des­halb gibt es auch so etwas wie ‚Hit­ze­frei fürs Dach‘, wenn die Arbeit in der Glut­hit­ze zu viel wird. Denn die Gesund­heit geht vor“, sagt Iris San­to­ro von der Dach­de­cker-Gewerk­schaft IG BAU Mit­tel­fran­ken.

Wich­tig dabei: „Wenn Dach­de­cker Pfan­nen, Ham­mer und Zoll­stock an die Sei­te legen, dann reißt die ‚Son­nen-Zwangs­pau­se‘ trotz­dem kein gro­ßes Loch ins Porte­mon­naie“, so die Vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken. Die Beschäf­tig­ten bekä­men dann näm­lich ein soge­nann­tes „Aus­fall­geld“ – eine Art „Extrem­wet­ter-Ersatz­lohn“. Das sei­en immer­hin Drei­vier­tel des sonst gezahl­ten Stun­den­lohns. IG BAU und Arbeit­ge­ber hät­ten damit die Jobs im Dach­de­cker­hand­werk am Tarif­tisch „wet­ter­fest gemacht“.

„So ein ‚Wet­ter-Puf­fer für die Lohn­tü­te‘ ist für Dach­de­cker als ‚Open-Air-Job­ber‘ wich­tig. Das Aus­fall­geld gibt es immer dann, wenn das Wet­ter vom April bis zum Novem­ber extrem wird: bei star­ker Som­mer­hit­ze genau­so wie bei wüten­dem Sturm oder Stark­re­gen“, sagt Iris San­to­ro. Für einen Dach­de­cker wür­den in den acht Mona­ten vom Früh­jahr bis zum Herbst sogar bis zu 53 aus­ge­fal­le­ne Arbeits­stun­den „auf dem Lohn­kon­to auf­ge­fan­gen“. Die Aus­zah­lung des Gel­des erfol­ge über die Sozi­al­kas­sen des Dach­de­cker­hand­werks (Soka-Dach).

Mehr Infos und einen „Aus­fall­geld-Rech­ner“ gibt es online: www.soka-dach.de/leistungen/ausfallgeld.

Bild­un­ter­schrift: Sie arbei­ten ganz oben – und oft in pral­ler Son­ne: Dach­de­cker machen zwar „hohe Jobs“, aber bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren brau­chen sie auch ein­mal Hit­ze­frei. Damit die Dach­de­cker trotz­dem mitih­rem Lohn klar­kom­men, gibt es ein Aus­fall­geld – einen „Extrem­wet­ter-Ersatz­lohn“,  sagt die IG BAU. Foto: IG BAU | Tobi­as Sei­fert