20 Diakonissen feiern Schwesternjubiläum – und ein Diakonischer Mitarbeiter blickt auf 60 Jahre Dienst zurück
Gunzenhausen — Beim Festgottesdienst am 28. Juni 2026 im Bethelsaal der Stiftung Hensoltshöhe wurden 20 Diakonissen und ein Diakonischer Mitarbeiter für jahrzehntelangen Dienst geehrt.
Festgottesdienst bei sommerlicher Hitze
Zwei Diakonissen feiern in diesem Jahr ihr 75-jähriges Jubiläum, sieben ihr 70-jähriges, neun ihr 60-jähriges und zwei ihr 50-jähriges. Hinzu kommen Georg Wilhelm und Ursula Raabe, die als Diakonische Mitarbeiter auf 60 Jahre Dienst zurückblicken.
Der Gottesdienst im Bethelsaal der Stiftung Hensoltshöhe war sehr kurzweilig gestaltet. Musikalisch wirkten das Ensemble Dolcerando und der Hensoltshöher Chor unter der Leitung von Michael Gundlach am Klavier mit. In einem Video wurden alle Jubilarinnen und der Jubilar vorgestellt. Trotz großer Hitze hörten viele Besucherinnen und Besucher sehr beeindruckt zu, waren voll bei der Sache und sangen fröhlich mit.
Jubiläum als Blick nach vorn
In seiner Predigt sprach Pastor Reinhard Steeger, Direktor des Diakonissen-Mutterhauses Elbingerode im Harz, über „Jubiläum und Gottes Kraft“. Ein Jubiläum sei nicht nur ein Rückblick, sondern auch Vorbereitung auf das, was kommt. Die über Jahrzehnte gesammelten Erfahrungen bereiteten Menschen auf ihre gegenwärtige Berufung vor.
Ausgehend vom Epheserbrief, Kapitel 3, zeigte Steeger, dass Paulus nicht zuerst um veränderte Umstände bittet, sondern um innere Kraft. Entscheidend sei die Widerstandskraft, die Gottes Geist schenkt: Kraft in inneren Kämpfen, Christus im Herzen und Verwurzelung in der Liebe. Glaube bleibe nicht Theorie, wenn er im Alltag trage und gelebt werde. Diese Kraft wünschte er auch den Jubilarinnen und dem Jubilar.
Lebenswege in Diakonie und Mission
Die Lebenswege der Jubilarinnen zeigen, wie unterschiedlich diakonischer Dienst aussehen kann. Sr. Helene Häußinger, die ihr 70-jähriges Jubiläum feiert, war von 1975 bis 2002 im Kindergarten in Dittenheim tätig und ist vielen Menschen in der Region bis heute bekannt.
Sr. Anneliese Magler, ebenfalls 70-jährige Jubilarin, stammt aus Österreich. Sie arbeitete von 1964 bis 2000 in Treffen am Ossiacher See in der Stiftung La Tour in einem Altenheim für Menschen mit Behinderung.
Sr. Gerlinde Fuchs feiert ihr 60-jähriges Jubiläum. Sie war zunächst als Erzieherin an verschiedenen Orten tätig und wirkte von 1981 bis 2015 in Japan. In ihrem sehr lebendig vorgetragenen Rückblick beschrieb sie ihr Leben als Weg, auf dem Gottes Plan Schritt für Schritt erkennbar wurde. Sie sagte am Ende ihres kurzen Vortrags: „Gottes Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Das habe ich in meinem Leben gelernt zu beten. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie auch Ihr Leben dem Planen Gottes unterstellen und dass Sie aus tiefstem Herzen Ihr Leben nach dem Willen Gottes richten und nicht nach dem eigenen Kopf.“
Auch Sr. Hanni Nagel gehört zu den 60-jährigen Jubilarinnen. Ihre besondere Mission mit fremdsprachiger, christlicher Literatur für Menschen mit Migrationshintergrund und ihr außergewöhnlicher Lebensweg wurden bereits im April 2026 im evangelischen Sonntagsblatt und der NN-online gewürdigt.
Sr. Monika Klein feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Als Kinderkrankenschwester war sie von 1987 bis 2004 in Taiwan tätig, vor allem in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Außerdem engagierte sie sich in der Gefängnisseelsorge. Diese Arbeit führt sie in Deutschland fort, inzwischen vor allem durch Briefe.
60 Jahre diakonischer Dienst – ganz praktisch
Georg Wilhelm Raabe leitete über viele Jahre hinweg als Schreinermeister die Hensoltshöher Schreinerei. Mit seinem großen Fachwissen, seiner Verlässlichkeit und seiner handwerklichen Sorgfalt prägte er diesen Arbeitsbereich nachhaltig. Darüber hinaus bildete er zahlreiche Gesellen aus und gab sein Können mit Geduld und Verantwortungsbewusstsein an die nächste Generation weiter. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula wirkte er zudem an weiteren Stationen im Auftrag der Hensoltshöhe mit und hinterließ auch dort bleibende Spuren.
Dank für Treue und Berufung
Der Festgottesdienst würdigte jahrzehntelangen Dienst in Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, der Begleitung von Menschen mit Behinderung, der Mission, der Seelsorge, im Handwerk und in der Ausbildung. Die Jubilarinnen und der Jubilar stehen für Lebenswege, in denen Glaube, Arbeit und der Dienst am Menschen untrennbar verbunden sind.
Wie jedes Jahr war das Schwesternjubiläum wieder ein eindrucksvoller Tag des Dankes für Gottes Treue, für bewahrte Wege und für die Kraft, die aus dem Glauben wächst besonders auch im hohen Alter.
Der Festgottesdienst ist auch auf YouTube abrufbar: https://www.youtube.com/live/C0bBwCcKBpU?si=rQ8pUchQdC-b0RZJ
Bildunterschrift: Insgesamt 1340 Jahre im Dienst für Gott – die Jubilarinnen und der Jubilar mit Oberin Sr. Marion Holland, Rektor Pfr. Wolfgang Becker und stellv. Oberin Sr. Hella Martin (Mitte hinten). Foto: Stiftung Hensoltshöhe / Harald Braun


