Deutsch-Ungarische Jugendbegegnung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

von | 6. Juli 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Treuchtlingen

Vom 15. bis 17. Juni 2026 besuch­te eine Schü­ler­grup­pe der Sene­fel­der-Schu­le Treucht­lin­gen gemein­sam mit Schü­lern der unga­ri­schen Part­ner­schu­le das Deutsch-Deut­sche Muse­um in Möd­lareuth. Die baye­risch-unga­ri­sche Jugend­be­geg­nung wur­de durch eine Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Deutsch-Deut­schen Muse­um Möd­lareuth, der Baye­ri­schen Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dungs­ar­beit und dem Deutsch-Unga­ri­schen Jugend­werk ermög­licht. So setz­ten sich die ins­ge­samt 22 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Sene­fel­der-Schu­le Treucht­lin­gen sowie des Evan­ge­li­schen Gym­na­si­ums Bony­hád, Pető­fi Sán­dor Evan­gé­li­kus Isko­la, in einem Bil­dungs­se­mi­nar inten­siv mit der Geschich­te des geteil­ten Deutsch­lands aus­ein­an­der.

Die Beson­der­heit Möd­lareuths ist die ehe­ma­li­ge, mit­ten durch das heu­te baye­risch-thü­rin­gi­sche Dorf ver­lau­fen­de Grenz­an­la­ge, die den klei­nen Ort in Ost und West teil­te. So konn­ten sich die Schü­ler, ihre beglei­ten­den Lehr­kräf­te Eri­ka Tamás und Anto­nia Rüt­zel-Krimm sowie Marei­ke Leh­ne vom Deutsch-Unga­ri­schen Jugend­werk ein Bild von den für das Muse­um wie­der errich­te­ten Grenz­an­la­gen und vor allem von den ver­blie­be­nen 100 Metern der ori­gi­na­len Mau­er machen. Jedoch hat­te das Muse­um mit einem gro­ßen, erst kürz­lich eröff­ne­ten Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum noch mehr zu bie­ten.

Von den Schü­lern emp­fun­de­ne „High­lights“ waren eine Füh­rung mit einer VR-Bril­le und ein Zeit­zeu­gen­ge­spräch mit einem DDR-Geflüch­te­ten. „Es war toll, jeman­dem zuzu­hö­ren und Fra­gen stel­len zu kön­nen, der die Ereig­nis­se selbst mit­er­lebt hat.“, so eine Treucht­lin­ger Schü­le­rin. VR, also Vir­tu­al Rea­li­ty, ermög­lich­te es den Semi­nar­teil­neh­mern, mit­ten im his­to­ri­schen Möd­lareuth zu ste­hen und den suk­zes­si­ven Bau der Grenz­an­la­gen zu betrach­ten oder einen in den Sieb­zi­ger­jah­ren geglück­ten Flucht­ver­such bei Möd­lareuth zu beob­ach­ten. Im Rah­men einer Exkur­si­on besuch­te die bina­tio­na­le Grup­pe zudem wich­ti­ge Sta­tio­nen der DDR-Grenz­si­che­rung in den umlie­gen­den Gebie­ten. Bei­spiels­wei­se wur­de ein Grenz­turm im säch­si­schen ehe­ma­li­gen Grenz­ge­biet besich­tigt, einer der letz­ten Relik­te sei­ner Art.

Zudem wur­den immer wie­der Par­al­le­len zwi­schen der unga­ri­schen und deut­schen Geschich­te gezo­gen. Ungarn ermög­lich­te im Som­mer 1989 mit den ers­ten Grenz­öff­nun­gen Zehn­tau­sen­den DDR-Bür­gern die Flucht in die Bun­des­re­pu­blik. Die­se Ereig­nis­se tru­gen maß­geb­lich zum Fall des eiser­nen Vor­hangs bei. Auch die deut­schen und unga­ri­schen Schü­ler tra­ten in Kon­takt und tausch­ten sich, nicht zuletzt auf­grund der sehr guten Deutsch­kennt­nis­se der unga­ri­schen Jugend­li­chen, rege aus.

Letzt­end­lich war die­se Fahrt auf vie­len Ebe­nen sehr wert­voll: Zum einen ver­stärk­te sie den inter­kul­tu­rel­len Aus­tausch zwi­schen den Jugend­li­chen der bei­den Län­der. Zum ande­ren wur­de allen Betei­lig­ten durch die Aus­ein­an­der­set­zung mit der jüngs­ten deut­schen Geschich­te bewusst, wie wich­tig der Erhalt von Frei­heit und Demo­kra­tie ist. 

Foto: Sene­fel­der Schu­le