Der Haushalt 2026 mit Stellenplan ist verabschiedet

von | 3. Januar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Der Kreis­tag des Land­krei­ses Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen geneh­mig­te den Haus­halt mit wich­ti­gen Inves­ti­tio­nen und auch wei­te­re Stel­len infol­ge zuneh­men­der Auf­ga­ben.

Der Haus­halt 2026, der eine Gesamt­vo­lu­men von 167.460.000 Euro hat, ist­ge­prägt von stei­gen­den Kos­ten, die mit den Kom­mu­nen zu stem­men sind. Gemein­sam mit den Städ­ten und Gemein­den sowie den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Kreis­tag war bereits im Vor­feld eine Erhö­hung der Kreis­um­la­ge um 2,48 Pro­zent­punk­te auf 47,88 Pro­zent Umla­ge­satz in Aus­sicht gestellt wor­den, die eben­falls beschlos­sen wur­de. Land­rat Manu­el West­phal ist mit dem Etat zufrie­den: „Wir haben hier gemein­sam die Wei­chen für eine gute Ent­wick­lung unse­res Land­krei­ses gestellt. Für die Zusam­men­ar­beit in der lau­fen­den Peri­ode im Kreis­tag und den kon­struk­ti­ven Aus­tausch bedan­ke ich mich ganz herz­lich.“ Ein viel dis­ku­tier­tes The­ma der dies­jäh­ri­gen Haus­halt­ver­hand­lun­gen war vor allem der Stel­len­plan. Lucas Kup­fer, Lei­ter der Per­so­nal­ver­wal­tung am Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, stell­te durch eine aus­führ­li­che Prä­sen­ta­ti­on wäh­rend der Kreis­tags­sit­zung klar: Die Per­so­nal­de­cke am Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ist kei­nes­wegs zu dick und zusätz­li­che Stel­len unbe­dingt nötig, um die künf­ti­gen Auf­ga­ben bewäl­ti­gen zu kön­nen.

Durch zusätz­li­che Auf­ga­ben in der Zivi­len Ver­tei­di­gung wird allei­ne schon eine gan­ze Voll­zeit­stel­le benö­tigt. Und auch der Beauf­trag­te für Per­so­nal- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung ist drin­gend erfor­der­lich, um die Fort- und Wei­ter­bil­dung in der Kreis­be­hör­de zu koor­di­nie­ren, die Fach- und Füh­rungs­kräf­te­ent­wick­lung sowie die Digi­ta­li­sie­rung im Amt vor­an­zu­trei­ben. Kup­fer beton­te, dass man drin­gend eine stra­te­gi­sche Per­so­nal­ent­wick­lung brau­che, um im Hau­se ein ein­heit­li­ches Füh­rungs­ver­ständ­nis zu ver­mit­teln, das weg gehe von Ein­zel­maß­nah­men nach dem Mot­to „Eine Semi­nar hier, ein Work­shop da.“ Für eine pro­fes­sio­nel­le Digi­ta­li­sie­rung brau­che man längst nicht nur die nöti­ge Soft- und Hard­ware, son­dern müs­se auch die Mit­ar­bei­ter mit­neh­men, qua­li­fi­zie­ren und für eine Kul­tur der Akzep­tanz sor­gen, so Kup­fer.

Lang­fris­tig, mach­te der Per­so­nal­lei­ter den Kreis­rä­ten deut­lich, spa­re man durch den oder die Beauf­trag­te für Per­so­nal- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung sogar Kos­ten, weil die Pro­zes­se ver­bes­sert wür­den und es künf­tig zu weni­ger Fluk­tua­ti­on und einer höhe­re Mit­ar­bei­ter­bin­dung kom­men wer­de. Eine der­ar­ti­ge Stel­le sei in moder­nen Ver­wal­tun­gen ‑wie auch in pri­va­ten Unter­neh­men — ein wich­ti­ges Signal an die Mit­ar­bei­ten­den. Kup­fer wört­lich: „Wir ent­wi­ckeln unse­re Mit­ar­bei­ten­den wei­ter, nicht nur ihre Auf­ga­ben.“

Als kon­kre­tes Bei­spiel, war­um mehr Per­so­nal benö­tigt wer­de, nann­te Kup­fer die Ein­füh­rung des soge­nann­ten „Was­ser­cents“: Bei der Ermitt­lung aller ent­gelt­pflich­ti­gen Was­ser­ent­nah­men, dem Abgleich bestehen­der was­ser­recht­li­cher Erlaub­nis­se mit der Ent­gelt­pflicht oder der Prü­fung von Aus­nah­men sowie bei der Bear­bei­tung von Wider­spruchs- und Kla­ge­ver­fah­ren ent­ste­he ein deut­lich höhe­rer Prüf- und Erfas­sungs­auf­wand.

Dass die Ver­wal­tung teil­wei­se über­las­tet ist, beleg­te Kup­fer am Bei­spiel des Jugend­amts: Auf­grund stark stei­gen­der Fall­zah­len und erhöh­ter Kom­ple­xi­tät gebe es hier Über­las­tungs­an­zei­gen, die den Arbeit­ge­ber zum Han­deln zwin­gen. Der Per­so­nal­lei­ter beton­te auch das: „Feh­ler im Jugend­amt betref­fen das Kin­des­wohl, die Grund­rech­te, Leben und Gesund­heit und kön­nen unter Umstän­den hoch­sen­si­ble und gege­be­nen­falls schwer­wie­gen­de Fol­gen haben.“ Kom­me es zu Orga­ni­sa­ti­ons­män­geln, dann kön­ne das unter Umstän­den auch straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen haben, für die man auch per­sön­lich haft­bar gemacht wer­den kön­ne. Weil per­ma­nen­te Über­las­tung der Mit­ar­bei­ter zu Burn­out und einer hohen Fluk­tua­ti­on füh­ren kön­ne, müs­se man zum Schutz der Mit­ar­bei­ten­den drin­gend reagie­ren, weil sich Feh­ler im Jugend­amt infol­ge der Über­las­tung gra­vie­rend aus­wir­ken könn­ten. Auch in der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de wur­den zwei Stel­len geschaf­fen, von denen eine aus­schließ­lich für das Pro­jekt „Kli­ma­re­si­li­enz in Alt­mühl­fran­ken“ vor­ge­se­hen ist, das mit 60 Pro­zent geför­dert wird. Die ande­re Stel­le küm­mert sich um das Natur- und Umwelt­pro­gramm des Land­krei­ses. Damit kön­nen sich die übri­gen Mit­ar­bei­ten­den kom­plett auf die übri­gen Auf­ga­ben, vor allem auf Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren kon­zen­trie­ren, was zu einer deut­li­chen Beschleu­ni­gung der erfor­der­li­chen Ver­fah­ren in die­sem Bereich füh­ren wird.   

Als wei­te­res Bei­spiel nann­te Kup­fer den Bereich „Öffent­li­che Sicher­heit und Ord­nung, Brand- und Kata­stro­phen­schutz“: Durch einen deut­li­chen Zuwachs an Auf­ga­ben im Bereich der frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren könn­ten bestimm­te Auf­ga­ben nicht mehr ehren­amt­lich bewäl­tigt wer­den. So müss­ten bei­spiels­wei­se die digi­ta­len Funk­ge­rä­te aller Feu­er­weh­ren im Land­kreis regel­mä­ßig mit einem aktu­el­len Update ver­se­hen wer­den. Wür­de der Land­kreis dies Auf­ga­be nicht auch für die ört­li­chen Feu­er­weh­ren mit­er­fül­len, dann müss­te die­se Auf­ga­be an exter­ne Dienst­leis­ter ver­ge­ben wer­den, die Kos­ten müss­ten die Kom­mu­nen dann selbst tra­gen.

Im Ver­gleich mit umlie­gen­den Land­krei­sen, argu­men­tier­te Kup­fer, sei der Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ohne­hin per­so­nell nicht zu üppig aus­ge­stat­tet. So liegt die Per­so­nal­aus­ga­ben­quo­te in Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen 2026 bei vor­aus­sicht­lich 15,90 Pro­zent und ist in den letz­ten Jah­ren sogar gesun­ken. Kup­fers Fazit: „Ohne die zusätz­li­chen Stel­len gibt es kei­ne Mög­lich­keit, um die zusätz­li­chen Her­aus­for­de­run­gen dau­er­haft und nach­hal­tig bewäl­ti­gen zu kön­nen.“ Ein Stel­len­mo­ra­to­ri­um, wie von einem Teil der Kreis­tags­frak­tio­nen bean­tragt, hät­te die Her­aus­for­de­run­gen in der ohne­hin schwie­ri­gen Per­so­nal­ge­win­nung wei­ter ver­schärft und zu einer wei­te­ren Über­las­tung des vor­han­de­nen Per­so­nals geführt.

Foto: Bri­git­te Dorr