Dr. Ingo Friedrich — Warum der Westen gewinnen wird

von | 27. Juli 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Gun­zen­hau­sen (red). Ok, wir wer­den als Deut­sche und Euro­pä­er wahr­schein­lich mit einem neu­en US- Prä­si­den­ten namens Donald Trump leben müs­sen. Ja und? Wird das den Unter­gang der Ukrai­ne und des Abend­lan­des bedeu­ten?

Natür­lich nicht, wir müs­sen aller­dings die rich­ti­gen Schluss­fol­ge­run­gen dar­aus zie­hen, so Dr. Ingo Fried­rich.

1. Euro­pa muss nach­hal­tig gestärkt wer­den

Dabei muss die Stär­kung Euro­pas alle Berei­che umfas­sen: wirt­schaft­lich, mili­tä­risch wis­sen­schaft­lich und poli­tisch, inklu­si­ve der — weit­ge­hen­den — Abschaf­fung des Ein­stim­mig­keits­prin­zips im Minis­ter­rat. Trump und Putin sind nur durch Stär­ke zu beein­dru­cken. Die zügi­ge Eini­gung der EU auf Per­so­nen und Poli­tik nach der Euro­pa­wahl 2024 sind schon mal ein gutes Indiz dafür, dass die Zei­chen der Zeit erkannt wur­den. Ein star­kes Euro­pa mit immer­hin 470 Mio Ein­woh­nern und einem der größ­ten Bin­nen­märk­te der Welt, das mit einer Stim­me spricht, ist ein Fak­tor um den kei­ne Macht der Welt her­um­kommt.

2. Der „glo­ba­le Wes­ten“, also USA, Euro­pa und „west­li­che“ Staa­ten wie Japan, Aus­tra­li­en, und Kana­da müs­sen neu und arbeits­tei­lig zusam­men­ar­bei­ten

Wenn — wie ange­kün­digt — die USA künf­tig ihren Blick mehr nach Ost­asi­en ver­le­gen wird, dann muss Euro­pa eben selbst „erwach­sen“ wer­den und sei­ne euro­päi­schen Auf­ga­ben weit­ge­hend sel­ber lösen. Ein maß­geb­li­ches Sicher­heits­the­ma, der ato­ma­re Schutz­schirm der USA für Euro­pa, wird — nach allem was aus dem Umfeld von Trump zu hören ist — auf­recht erhal­ten blei­ben. Das hat natur­ge­mäß zen­tra­le Bedeu­tung für die Sicher­heit Euro­pas. Aber die kon­ven­tio­nel­le Abschre­ckung muss Euro­pa zukünf­tig allein bewäl­ti­gen, was dazu füh­ren wird, dass etwa der Ver­tei­di­gungs­haus­halt in Deutsch­land zukünf­tig eher bei drei Pro­zent als bei zwei Pro­zent lie­gen wird.

3. Trump wird einen Deal mit Putin machen

Bei dem zu erwar­ten­den Deal, den Trump zum The­ma Ukrai­ne mit dem rus­si­schen Dik­ta­tor Putin schlie­ßen wird, kann es sich nur um einen ziem­lich schwie­ri­gen „Kom­pro­miss“ han­deln. Kla­re Sie­ger oder Besieg­te im klas­si­schen Sinn wird es nicht geben. Aber am Ende die­ses Kon­flik­tes wird die NATO gestärkt sein, der rus­si­schen Dik­ta­tor vor sei­nem Volk geschwächt daste­hen (weil er nicht errei­chen konn­te, dass die Ukrai­ne ein Satel­li­ten­staat Russ­lands wird) und die Strahl­kraft der west­li­chen Demo­kra­tien auf Men­schen in dik­ta­to­ri­schen Staa­ten wird unge­bro­chen wei­ter leuch­ten. Des­we­gen muss das Ver­spre­chen für die rus­si­schen Bür­ger, das auch Sie ein­mal demo­kra­tisch und frei­heit­lich leben kön­nen, immer auf­recht erhal­ten blei­ben.

In die­sem Sin­ne wird der Wes­ten auch die­sen zwei­ten „kal­ten Krieg“ gegen Putin stra­te­gisch gewin­nen.

Foto: Pres­se­fo­to Dr.  Ingo Fried­rich