Ein Vormittag in der Tagespflege der Diakonie

von | 10. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg — Anpa­cken statt nur reden: Land­rat Manu­el West­phal hat sich einen Vor­mit­tag lang selbst in den Dienst der Dia­ko­nie gestellt, um wäh­rend eines Kurz­prak­ti­kums in der Tages­pfle­ge in Wei­ßen­burg selbst zu erle­ben, wie anspruchs­voll und viel­fäl­tig die Arbeit im sozia­len Bereich ist. Mit sol­chen Ein­bli­cken möch­te der Land­rat den Berufs­grup­pen im Land­kreis Wert­schät­zung zei­gen und gleich­zei­tig bes­ser ver­ste­hen, wo Unter­stüt­zung benö­tigt wird.

Vero­ni­ka Wege­rer hat­te sich gut auf den Besuch von Land­rat Manu­el West­phal in der Tages­pfle­ge der Dia­ko­nie Alten­hil­fe Süd­fran­ken vor­be­rei­tet. Die Rai­ten­bu­cherin hat­te extra auf einem Spick­zet­tel notiert, was sie den Land­rat fra­gen will, wenn er einen Vor­mit­tag in der Tages­pfle­ge mit aus­hilft. Die Senio­rin hät­te ger­ne von ihm gewusst: „Wie kön­nen sich alte Men­schen heu­te noch die Pfle­ge leis­ten?“ Schließ­lich sei­en Pfle­ge­hei­me teu­er und nicht den, der nur eine klei­ne Ren­te hat, bezahl­bar. Wege­rer hat­te sich gleich selbst die Ant­wort über­legt, die sie dem Land­rat, der ihr auf­merk­sam zuhör­te, stolz prä­sen­tier­te: „Senio­ren-WGs wären doch eine gute Lösung, weil die nicht so teu­er sind…“ Eine Idee, die auch der Land­rat gut fand, vor allem auch, weil man in Wohn­ge­mein­schaf­ten nicht allei­ne ist und so der Ein­sam­keit, unter der vie­le Senio­ren lei­den, ent­flie­hen kann.

Genau die­ses Kon­zept liegt laut Jana Haber­kern, stell­ver­tre­ten­de Lei­tung der Dia­ko­nie, auch dem Kon­zept der Tages­pfle­ge zugrun­de. An fünf Tagen von Mon­tag bis Frei­tag kön­nen die Senio­rin­nen und Senio­ren von 8.00 bis 17.00 Uhr in der Nürn­ber­ger Stra­ße 13 in Wei­ßen­burg gemein­sam eine gute Zeit ver­brin­gen. Ein Tag in der Woche ist für Inter­es­sier­te sogar kos­ten­frei und die Dia­ko­nie bie­tet eben­falls einen kos­ten­frei­en Pro­be­tag an. So kön­nen Senio­rin­nen und Senio­ren unver­bind­lich aus­pro­bie­ren, wie gut ihnen das gemein­sa­me Mit­ein­an­der und die Betreu­ung tun. Ent­we­der wer­den sie von ihren Ange­hö­ri­gen gebracht oder kön­nen vom Fahr­dienst geholt wer­den. Wich­tig ist vor allem eines, erklär­te Haber­kern dem Land­rat vor sei­nem Arbeits­ein­satz: „Die sozia­len Kon­tak­te und die Gesell­schaft sind der Grund, war­um vie­le kom­men. Und uns ist es wich­tig, dass die Senio­ren hier akti­viert wer­den, das ist im Prin­zip wie eine Kita für Senio­ren.“ Kon­kret heißt das: In der Tages­pfle­ge wird gemein­sam in der Grup­pe gesun­gen, geges­sen und gespielt. Und so ist auch Land­rat Manu­el West­phal von Anfang an mit vol­lem Ein­satz dabei, wenn zum Beginn des gemein­sa­men Vor­mit­tags das Lied „Dan­ke für die­sen guten Mor­gen“ gesun­gen wird. Danach lei­tet die Betreu­ungs­fach­kraft Dal­ma die Senio­ren beim Mor­gen­sport an, der prak­ti­scher­wei­se im Sit­zen auf den Stüh­len absol­viert wer­den kann.

Danach hat Land­rat West­phal den Senio­ren erst aus der Bibel die Tages­lo­sung und dann aus der Tages­zei­tung vor­le­sen. Im Anschluss schä­len und schnip­peln die Senio­ren und Land­rat West­phal gemein­sam Äpfel für das Apfel­mus, das es am ande­ren Tag als Nach­spei­se geben soll. Dazwi­schen ist auch ein­mal kurz die Gele­gen­heit, um Memo­ry und „Was passt zusam­men?“ zu spie­len. „Dan­ke für das Spiel“, sagt die älte­re Dame höf­lich, als West­phal sich von ihr ver­ab­schie­det, um im Anschluss die Blu­men auf dem Bal­kon zu gie­ßen, von der man einen herr­li­chen Blick auf den Turm der Andre­as­kir­che hat. Danach hilft er noch beim Aus­tei­len des Mit­tag­essens mit. Heu­te gibt es Fleisch­kä­se, Kar­tof­fel­sa­lat, Salat und ein lecke­res Des­sert. Für Land­rat Manu­el West­phal ist das nach einem aus­ge­füll­ten Vor­mit­tag ein schö­ner Abschluss für sein Schnup­per­prak­ti­kum im Senio­ren­treff: „Ich neh­me mir immer wie­der ger­ne die Zeit, um in gesell­schaft­lich wich­ti­ge Berufs­grup­pen rein­zu­schnup­pern. Nur durchs Mit­ma­chen ver­steht man die Her­aus­for­de­run­gen zum Bei­spiel in der Pfle­ge. Vie­len Dank, dass ich heu­te zu Gast sein durf­te.“ 

Bild­un­ter­schrift: Land­rat Manu­el West­phal las den Senio­ren in der Tages­pfle­ge der Dia­ko­nie in Wei­ßen­burg aus der Bibel und aus der Tages­zei­tung vor.

Bild­un­ter­schrift: Memo­ry ist für das Gedächt­nis gut: Manu­el West­phal und sei­ne Mit­spie­le­rin­nen schlu­gen sich alle gut. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Mar­kus Stei­ner