Mehr Schoko-Hunger auf Osterhasen als auf Weihnachtsmänner

von | 5. April 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Der Scho­ko-Hun­ger ist enorm – gera­de zu Ostern: 1.232 Ton­nen Scho­ko­la­de haben die Men­schen im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zuletzt im Jahr geges­sen – rein sta­tis­tisch. Denn der „Scho­ko-Hun­ger“ lässt sich wie­gen: 12,9 Kilo­gramm pro Kopf pro Jahr – von jung bis alt. „Das macht für jeden rund zwei­ein­halb Tafeln Scho­ko­la­de pro Woche. Natür­lich sind da auch Pra­li­nen, Oster­ha­sen oder Weih­nachts­män­ner aus Scho­ko­la­de mit dabei. Übri­gens ist der Scho­ko-Hase belieb­ter: Er hat den Weih­nachts­mann bei der Pro­duk­ti­on in den Scho­ko­la­den­fa­bri­ken längst über­holt“, sagt Regi­na Schle­ser von der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten. Die NGG sorgt in der Süß­wa­ren­in­dus­trie dafür, dass die Arbeits­be­din­gun­gen stim­men. „Dazu gehört vor allem auch der Lohn. Den müs­sen die Arbeit­ge­ber jetzt aller­dings deut­lich nach­sü­ßen“, so Regi­na Schle­ser von der NGG Nürn­berg-Fürth.

Gewerk­schaft NGG will in der Süß­wa­ren­in­dus­trie die Löh­ne „nach­sü­ßen“

Die Gewerk­schaft for­dert für die Beschäf­tig­ten in der Süß­wa­ren­in­dus­trie jetzt ein Lohn-Plus. „Denn die hohe Infla­ti­on liegt allen schwer im Magen. Die ver­daut man auch nicht bes­ser, wenn man tags­über oder in Nacht­schich­ten lecke­re Sachen pro­du­ziert“, sagt NGG-Geschäfts­füh­re­rin Regi­na Schle­ser. Wer in der Pro­duk­ti­on am Band steht oder im Lager arbei­tet, soll 500 Euro mehr pro Monat bekom­men, for­dert die NGG. „Und für alle, die heu­te schon wei­ter oben auf der Lohn­lei­ter ste­hen, müs­sen 400 Euro im Monat dazu­kom­men. Ziel ist ein Lohn-Plus mit ‚sozia­lem Augen­maß‘. Des­halb ist es auch wich­tig, in schma­le­re Lohn­tü­ten mehr rein­zu­pa­cken“, so Regi­na Schle­ser. Auch Azu­bis in der Süß­wa­ren­in­dus­trie sol­len pro­fi­tie­ren: Für sie for­dert die NGG 200 Euro mehr Aus­bil­dungs­ver­gü­tung pro Monat und zusätz­lich noch ein „Ticket-Geld“: eine Fahrt­kos­ten­pau­scha­le von 50 Euro.

Dabei geht es längst nicht nur um die Beschäf­tig­ten in der Scho­ko­la­den­her­stel­lung. Vom Mar­zi­pan bis zum Eis, von Wein­gum­mis über Salz­stan­gen bis zu Chips: „Zu den Pro­duk­ten der Süß­wa­ren­in­dus­trie gehö­ren auch Kek­se & Co. Dahin­ter steckt eine star­ke Bran­che mit gewal­ti­gen Umsät­zen und gro­ßen Namen wie Fer­re­ro, Storck, Lindt, Hari­bo oder Bahl­sen“, sagt Regi­na Schle­ser. Die Gewerk­schaft NGG wer­de Mit­te April zum ers­ten Mal seit lan­gem wie­der mit allen „Genuss-Gigan­ten“ am Tarif­tisch sit­zen und bun­des­weit über die Löh­ne in der Süß­wa­ren­in­dus­trie ver­han­deln. Vor­her räumt Schle­ser aller­dings noch mit einem Gerücht auf: „Nein, Weih­nachts­män­ner, die im Regal geblie­ben sind, wer­den nicht zu Oster­ha­sen ein­ge­schmol­zen. Das sind Sai­son­ar­ti­kel, die immer aus frisch her­ge­stell­ter Scho­ko­la­den­mas­se pro­du­ziert wer­den.“

Foto: Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) — Regi­on Nürn­berg-Fürth