Neue Berufswahlbegleitung: Chancen optimal nutzen

von | 10. März 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Gun­zen­hau­sen (red). Eine neue Maß­nah­me zur Berufs­ori­en­tie­rung unter­stützt Jugend­li­che fle­xi­bel auf ihrem Weg von der Schu­le ins Berufs­le­ben. Sie­ben Schu­len im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen sind beim Leucht­turm­pro­jekt dabei. Finan­ziert wird es zu glei­chen Tei­len von der Agen­tur für Arbeit Ans­bach- Wei­ßen­burg und dem Schul­amt vor Ort. Umset­ze­rin ist die Gesell­schaft zur För­de­rung beruf­li­cher und sozia­ler Inte­gra­ti­on (gfi) am Stand­ort West­mit­tel­fran­ken.

„Wenn ich in eine Klas­se gehe und fra­ge, wer Unter­stüt­zung braucht, mel­det sich gut die Hälf­te“, sagt Bet­ti­na Grund­mann von der Gesell­schaft zur För­de­rung beruf­li­cher und sozia­ler Inte­gra­ti­on (gfi) West­mit­tel­fran­ken. Sie ist exter­ne Berufs­wahl­be­glei­te­rin an der Ste­pha­ni- Mit­tel­schu­le Gun­zen­hau­sen und koor­di­niert als gfi-Team­lei­te­rin die neue För­der­maß­nah­me im gesam­ten Land­kreis. Unter dem Namen Jahr­gangs­über­grei­fen­de Berufs­wahl­be­glei­tung (JBB) bün­delt das Pro­gramm unter­schied­li­che Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te für Schüler*innen, die sich beruf­lich ori­en­tie­ren und bewer­ben möch­ten. Es wird vom Schul­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen für die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken und von der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg zu glei­chen Tei­len finan­ziert. „Mit der Jahr­gangs­über­grei­fen­den Berufs­wahl­be­glei­tung unter­stüt­zen wir Mit­tel­schü­ler und Mit­tel­schü­le­rin­nen inten­siv auf ihrem Weg in eine Berufs­aus­bil­dung und berei­ten sie best­mög­lich auf das Arbeits­le­ben vor“, erklärt Micha­el Scheu­er­lein, Team­lei­ter Berufs­be­ra­tung vor dem Erwerbs­le­ben bei der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg.

Erfol­ge zeich­nen sich schon ab
Ein Team von fünf gfi-Mitarbeiter*innen ist dafür an sie­ben Schu­len im Land­kreis unter­wegs. Seit 1. Okto­ber gibt es das neue Pro­gramm. Der Bedarf ist groß und durch Coro­na noch grö­ßer gewor­den. „Wir sind froh, dass wir die­se Maß­nah­me zusam­men mit dem Schul­amt und der Agen­tur für Arbeit im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen star­ten konn­ten. Momen­tan sieht alles nach einem Erfolg aus“, ergänzt die Team­lei­te­rin. Die­sen bestä­tigt auch Franz-Josef Hel­ler, Schul­rat und stell­ver­tre­ten­der fach­li­cher Lei­ter im Schul­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen: „Das Schul­amt ist bestrebt die­ses Leucht­turm­pro­jekt auch die nächs­ten Jah­re fort­zu­füh­ren. Es hat sich jetzt schon bewährt.“

Fle­xi­ble­re Beglei­tung kommt in Schu­len gut an
Das neue JBB-Pro­gramm ist offen für alle Schüler*innen der jewei­li­gen Klas­sen und flan­kiert die Ent­wick­lun­gen des Berufs­ori­en­tie­rungs­pro­zes­ses. „Eine ers­te Idee für ein Berufs­ziel bekom­men, Prak­ti­kums­platz fin­den, Bewer­bungs­un­ter­la­gen gegen­che­cken oder fer­tig machen, sich auf ein Vor­stel­lungs­ge­spräch vor­be­rei­ten – wir gehen fle­xi­bel auf den jewei­li­gen, manch­mal sehr indi­vi­du­el­len Bedarf ein und zie­hen uns auch wie­der zurück, wenn wir sehen, dass der oder die Jugend­li­che allei­ne zurecht­kommt oder gar bereits einen Aus­bil­dungs­platz hat.“ Zudem kön­ne das Ange­bot nun auch an klei­ne­ren Schu­len wie etwa in Hei­den­heim, Plein­feld und Abs­berg Jugend­li­che auf ihrem Weg von der Schu­le in die Aus­bil­dung unter­stüt­zen.

Von der Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit zum geeig­ne­ten Aus­bil­dungs­platz
Im Rah­men der Maß­nah­me haben die Schüler*innen die Mög­lich­keit, begin­nend mit der 7. Klas­se im Beruf­li­chen Fort­bil­dungs­zen­trum der Baye­ri­schen Wirt­schaft (bfz) in Wei­ßen­burg in ver­schie­de­ne Berufs­fel­der hin­ein­zu­schnup­pern, etwa in eine Werk­statt, in die Flo­ris­tik sowie in einen sozia­len oder wirt­schaft­li­chen Bereich. Ziel ist es, eine ers­te Idee für ein Prak­ti­kum zu ent­wi­ckeln, das in der 8. Klas­se für alle baye­ri­schen Mittelschüler*innen auf dem Stun­den­plan steht. Bei der Suche nach einem geeig­ne­ten Prak­ti­kums­platz unter­stützt die JBB genau­so wie bei der Bewer­bung dafür. In Klas­se 9 grei­fen die JBB-Begleiter*innen den Schüler*innen bei der Bewer­bung für einen Aus­bil­dungs­platz unter die Arme. Die gfi-Mit­ar­bei­ten­den haben dabei nicht nur die Bewer­bungs­map­pen im Blick, son­dern trai­nie­ren auch Bewer­bungs­si­tua­tio­nen am Tele­fon oder im Vor­stel­lungs­ge­spräch vor Ort. Zudem hel­fen sie in Zusam­men­ar­beit mit der Berufs­be­ra­tung bei der Suche nach Alter­na­ti­ven, soll­te es Absa­gen geben.

Bild­un­ter­schrift: In der Jahr­gangs­über­grei­fen­den Berufs­wahl­be­glei­tung ste­hen Ein­zel­ge­sprä­che im Fokus. Ziel ist es, die Schüler*innen nach Bedarf indi­vi­du­ell zu bera­ten. Hier berät Mar­kus Schu­bert einen Schü­ler der 9. Klas­se der Mit­tel­schu­le Markt Berolz­heim. Foto: Jana Schmidt

Hin­ter­grund:
Gesell­schaft zur För­de­rung beruf­li­cher und sozia­ler Inte­gra­ti­on (gfi) gGmbH Die Gesell­schaft zur För­de­rung beruf­li­cher und sozia­ler Inte­gra­ti­on (gfi) gGmbH unter­stützt Men­schen bei der
All­tags­be­wäl­ti­gung, beim Auf­bau ihrer Kom­pe­ten­zen fürs Arbeits­le­ben sowie bei der Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf. Dar­aus hat sich in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten ein ganz­heit­li­ches Ange­bot an sozia­len Dienst­leis­tun­gen ent­wi­ckelt. Das Spek­trum reicht von früh­kind­li­cher Betreu­ung über Ange­bo­te für Schüler*innen bis hin zu Hil­fen für Senior*innen bei der All­tags­be­wäl­ti­gung. Rund 2.600 Mitarbeiter*innen sind an 150 Stand­or­ten für die gfi in Bay­ern aktiv. Die gfi ist eine Gesell­schaft der Unter­neh­mens­grup­pe des Bil­dungs­werks der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. (bbw.de). www.die-gfi.de

Die Unter­neh­mens­grup­pe des Bil­dungs­werks der Baye­ri­schen Wirt­schaft (bbw)
Die bbw-Grup­pe umfasst ein umfang­rei­ches Netz­werk an Bil­dungs- und Bera­tungs­un­ter­neh­men sowie Sozi­al- und Per­so­nal­dienst­leis­tern. Das gemein­sa­me Ziel: Men­schen dabei hel­fen, Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit zu erwer­ben, zu erhal­ten, z ver­bes­sern oder wie­der zu gewin­nen. Dazu wur­de eine Bil­dungs­ket­te geschaf­fen, die von der früh­kind­li­chen Betreu­ung über Aus- und Wei­ter­bil­dung bis hin zur Hoch­schu­le der Baye­ri­schen Wirt­schaft reicht. Hin­zu kom­men flan­kie­ren­de Dienst­leis­tun­gen wie Zeit­ar­beit und eine Trans­fer­ge­sell­schaft. Die Unter­neh­mens­grup­pe exis­tiert seit mehr als 50 Jah­ren. In 17 Gesell­schaf­ten sind knapp 10.000 Mitarbeiter*innen tätig – schwer­punkt­mä­ßig in Bay­ern, aber auch deutsch­land­weit sowie inter­na­tio­nal an 495 Stand­or­ten. www.bbw.de