Reißaus mit Krabbenbrötchen

von | 29. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Sil­ke Schlicht­mann las auf Ein­la­dung der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen

Gun­zen­hau­sen — Jon­te besucht lie­bend gern ihren gelieb­ten Opa Peter. Der hat immer noch sei­ne Tisch­ler­werk­statt ein­ge­rich­tet und mit ihm kann man vie­le schö­ne Sachen erle­ben. Aber jetzt soll er ins Alters­heim! Bloß, weil er 23 Glä­ser Senf im Vor­rats­schrank hat und sein Han­dy im Kühl­schrank auf­be­wahrt? Ent­setzt hört Jon­te von den Plä­nen ihrer Eltern und schmie­det einen Ret­tungs­plan für Opa Peter…

Wie geht es den Kin­dern, wenn die Erwach­se­nen Ent­schei­dun­gen fäl­len, die nicht so ein­fach zu ver­ste­hen und erst recht zu akzep­tie­ren sind? Sol­che Fra­gen möch­te die Münch­ner Kin­der­buch­au­to­rin auf­grei­fen. Mit dem Kin­der­buch „Reiß­aus mit Krab­ben­bröt­chen“ war sie auf Ein­la­dung der Stadt- und Schul­bü­che­rei zu Gast in Gun­zen­hau­sen und las vor den fünf­ten Klas­sen des Simon-Mari­us-Gym­na­si­ums und der Ste­pha­ni-Mit­tel­schu­le.

Demenz – mit die­sem Wort kön­nen 11-Jäh­ri­ge schon etwas anfan­gen. Aber was geht in Kin­dern vor, wenn das Gedächt­nis beim eige­nen Opa nach­lässt? Wird Opa sei­ne eige­ne Fami­lie ver­ges­sen? Doch noch ist es nicht so weit und gemein­sam mit ihrem Freund Schip­po ent­führt Jon­te ihren Opa zu einem Aben­teu­er mit Krab­ben­bröt­chen und Nord­see­luft.

Sil­ke Schlicht­mann schafft es, die Welt mit Kin­der­au­gen dar­zu­stel­len: Nicht naiv und ein­fach, son­dern warm­her­zig und mit einem berech­tig­ten Zwei­fel an der „Ver­nunft“ der Erwach­se­nen, die so man­ches Pro­blem vor­schnell bei­sei­te wischen.

Bei den Lesun­gen in der Büche­rei beant­wor­te­te sie vie­le Fra­gen zum Leben als Schrift­stel­le­rin, zeig­te anhand ver­schie­de­ner Ent­wür­fe von Illus­tra­tio­nen zum Buch, dass vie­le Men­schen sich Gedan­ken machen müs­sen, ehe ein Buch in der Buch­hand­lung zum Ver­kauf liegt. 2019 wur­de sie als Lese­künst­le­rin des Jah­res aus­ge­zeich­net und wie nah sie ihren jun­gen Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rern kommt, wur­de in den bei­den Lesun­gen spür­bar. Die bes­te Wer­bung für das Lesen!

Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Gut­h­mann