Staatsmedaillen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen verliehen

von | 16. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Hei­den­heim (red). Gleich drei Staats­me­dail­len auf einen Streich hat es an ver­dien­te Per­sön­lich­kei­ten aus dem Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen für ihr lang­jäh­ri­ges Ehren­amt gege­ben. Wolf­gang Neu­kirch­ner, Lei­ter des Amts für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken, über­reich­te im Namen von Bay­erns Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Michae­la Kani­ber die Aus­zeich­nun­gen. Wer­ner Dor­ner aus Enho­fen (Gemein­de Etten­statt), Bea­te Schli­cker aus Cron­heim (Stadt Gun­zen­hau­sen) und Edel­traud Stock­mann aus Hei­den­heim freu­ten sich über die Ehrun­gen für den uner­müd­li­chen Ein­satz in ihren Hei­mat­dör­fern. Das Klos­ter Hei­den­heim gab der rund ein­ein­halb­stün­di­gen Ver­an­stal­tung den pas­sen­den Rah­men. Mit dabei waren auch Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hel­mut Schnotz, Land­rat Manu­el West­phal, Gun­zen­hau­sens Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz, Hei­den­heims Rat­haus­chefin Susan­ne Fel­ler und Etten­statts Bür­ger­meis­ter Wil­helm Mader­holz.

Die Pflanz­meis­te­rin, die für die Dorf­er­neue­rung in Hei­den­heim zustän­di­ge Edel­traud Stock­mann setz­te unter ande­rem feder­füh­rend die Begrü­nung eines rund 120 Meter lan­gen Fuß­wegs ent­lang des Gieß­bachs mit Blick aufs Müns­ter um und küm­mert sich bis heu­te lie­be­voll um die Pfle­ge. Seit 2005 ist Edel­traud Stock­mann der grü­ne Dau­men der Markt­ge­mein­de. „Jeder Baum und jeder Strauch ist durch mei­ne Hän­de gegan­gen“, ver­riet sie. Edel­traud Stock­mann freut sich, was sich wäh­rend der Dorf­er­neue­rung alles getan hat. Ihr Antrieb: Hei­den­heim. „Die Arbeit habe ich nur für unser Dorf gemacht, ob es dafür eine Medail­le braucht, weiß ich nicht. Aber ich fin­de sie schön und neh­me sie auch sehr ger­ne an“, stell­te Edel­traud Stock­mann auf der Ver­lei­hung im Klos­ter fest. „Wenn ich mein Hei­den­heim sehe – wie es lebt – das ist für mich Medail­le genug.“ Neben ihrem Enga­ge­ment für die Begrü­nung der Markt­ge­mein­de ist Edel­traud Stock­mann auch Grün­dungs­mit­glied im Freun­des­kreis „Klos­ter Hei­den­heim am Hah­nen­kamm“. und ist seit zehn Jah­ren Bei­sit­ze­rin in dem Ver­ein. Zudem unter­stützt sie seit vie­len Jah­ren die Ver­an­stal­tun­gen in dem ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­klos­ter aktiv. Ihre poli­ti­sche Lauf­bahn umfasst eine Amts­zeit als Gemein­de­rä­tin von 2008 bis 2014.

Bea­te Schli­cker aus Cron­heim, einem Orts­teil von Gun­zen­hau­sen, brach­te sich in die Dorf­er­neue­rung aktiv mit ein – ganz beson­ders für ihr „Her­zens­pro­jekt“, wie sie es nennt: das Jugend­haus. Das in Holz­bau­wei­se errich­te­te Gebäu­de steht seit drei Jah­ren auf dem Gelän­de der alten Zie­ge­lei und ist der krö­nen­de Abschluss der Dorf­er­neue­rung. „Ich fin­de ein Dorf, das nicht mehr zusam­men­kommt, lebt nicht mehr. Wenn es kei­ne Gemein­schaft mehr gibt, dann geht jeder auf sei­ne Arbeit, sitzt in sei­nem Gar­ten und das war es“, sag­te Bea­te Schli­cker nach der Staats­me­dail­len­über­ga­be. „Wir brau­chen in Dör­fern ein­fach Orte, um zusam­men­zu­kom­men. Das moti­viert mich und ist mein Antrieb.“ Seit 1988 lebt Bea­te Schli­cker in Cron­heim, den ers­ten Kon­takt in der neu­en Hei­mat hat­te sie zum Sport­ver­ein, seit über 20 Jah­ren ist sie Vor­sit­zen­de. Seit 2014 gehört sie dem Stadt­rat von Gun­zen­hau­sen an – erst als Orts­spre­che­rin, vor zwei Jah­ren rück­te Bea­te Schli­cker als regu­lä­res Mit­glied nach.

Wer­ner Dor­ner aus Enho­fen, einem Orts­teil von Etten­statt, ist der drit­te im Bun­de der neu­en Staats­me­dail­len­trä­ger. Er ist seit über 20 Jah­ren Mit­glied im Vor­stand der Teil­neh­mer­ge­mein­schaft Etten­statt: Dadurch trug er maß­geb­lich zur Flur­neu­ord­nung und Dorf­er­neue­rung in Etten­statt, Enho­fen und Burg bei. Zudem ist Wer­ner Dor­ner land­wirt­schaft­li­cher Sach­ver­stän­di­ger für die Länd­li­che Ent­wick­lung. „Mir macht die Arbeit ein­fach Spaß und als ein Pos­ten zu ver­ge­ben war, habe ich mich sofort bereit erklärt“, erzähl­te Wer­ner Dor­ner. Außer­dem übt er als Sie­be­ner eines der ältes­ten Ehren­äm­ter in Bay­ern aus. Feld­ge­schwo­re­ne gel­ten als Hüter der Gren­zen. Schon der Groß­va­ter von Wer­ner Dor­ner war Obmann der Sie­be­ner, danach folg­te sein Vater und schließ­lich über­nahm der Geehr­te selbst das Ruder. „Der Sie­be­ner bleibt nor­ma­ler­wei­se im Haus“, stell­te der Staats­me­dail­len­trä­ger fest. Ein paar Jah­re war der Land­wirt­schafts­meis­ter auch Vor­sit­zen­der der Jagd­ge­nos­sen­schaft in Etten­statt und ist Mit­glied im Schüt­zen­ver­ein und Män­ner­ge­sangs­ver­ein.

Wolf­gang Neu­kirch­ner, Lei­ter des Amts für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken unter­strich, dass die Länd­li­che Ent­wick­lung auf Frei­wil­lig­keit, Mit­ge­stal­tung und Bür­ger­nä­he basie­re. Gera­de des­halb sei das Ehren­amt von unschätz­ba­rem Wert. Ingo Stein­bre­cher, für den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen zustän­di­ger Abtei­lungs­lei­ter beim Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken, hielt die Lau­da­tio­nen auf die drei Staats­me­dail­len­trä­ger und unter­strich ihr außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment. Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hel­mut Schnotz, Land­rat Manu­el West­phal und Gun­zen­hau­sens Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz, der für sei­ne Kol­le­gen aus Hei­den­heim und Etten­statt das Gruß­wort über­nahm, beton­ten die Wich­tig­keit des Ehren­amts, ohne „das es nicht funk­tio­niert“, dar­in waren sich alle drei Poli­ti­ker einig. Seit vie­len Jah­ren wür­digt der Frei­staat Bay­ern Per­sön­lich­kei­ten mit der Staats­me­dail­le. Die­se hohe Aus­zeich­nung ver­leiht Bay­ern für Ver­diens­te im Bereich der Länd­li­chen Ent­wick­lung. Ins­ge­samt sie­ben Staats­me­dail­len gehen in die­sem Jahr nach Mit­tel­fran­ken – zwei Medail­len war­ten noch auf ihre neu­en Trä­ger.

Bild­un­ter­schrift: (obe­re Rei­he von links): Wolf­gang Neu­kirch­ner, Lei­ter des Amts für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hel­mut Schnotz, Hei­den­heims Bür­ger­meis­te­rin Susan­ne Fel­ler, Land­rat Manu­el West­phal, Etten­statts Bür­ger­meis­ter Wil­helm Mader­holz, Gun­zen­hau­sens Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz und Abtei­lungs­lei­ter Ingo Stein­bre­cher sind zur Ver­lei­hung drei­er Staats­me­dail­len im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen im Klos­ter in Hei­den­heim zusam­men­ge­kom­men. (unte­re Rei­he von links) Die Geehr­ten: Edel­traud Stock­mann, Wer­ner Dor­ner und Bea­te Schli­cker. Foto: Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken