Startschuss für das Nahwärmenetz in Heidenheim

von | 7. März 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Hei­den­heim (red). In Hei­den­heim  ist der Start­schuss für eine kli­ma­neu­tra­le und preis­sta­bi­le Wär­me­ver­sor­gung gefal­len. Rund 200 Inter­es­sier­te waren in die Alte Turn­hal­le gekom­men, um von Felix Schwahn, Geschäfts­füh­rer GP JOULE WÄRME, und Bür­ger­meis­te­rin Susan­ne Fel­ler Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand zum Nah­wär­me­netz zu erhal­ten. Eine Anmel­dung für einen Anschluss an das Wär­me­netz ist ab sofort und noch bis Ende Juni mög­lich.

Ziel ist es, durch die Errich­tung eines Nah­wär­me­net­zes allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in Hei­den­heim eine bezahl­ba­re, preis­sta­bi­le und erneu­er­ba­re Wär­me­ver­sor­gung anzu­bie­ten. Auch die Ver­sor­gungs­si­cher­heit stellt für die Kom­mu­ne einen zen­tra­len Punkt dar. Des­halb stre­ben alle Betei­lig­ten eine Lösung mit größt­mög­li­cher Unab­hän­gig­keit von fos­si­len Brenn­stof­fen an. Genutzt wer­den sol­len dabei auch die vor­han­de­nen Gege­ben­hei­ten, wes­we­gen sich die in Hei­den­heim ansäs­si­ge Fir­ma Hei­zo­mat am Nah­wär­me­netz in Form der bereits gegrün­de­ten Betrei­ber­ge­sell­schaft „HGP Ener­gie” betei­ligt.

Eine Groß­wär­me­pum­pe über­nimmt die Grund­last des Wär­me­net­zes. Sie wird mit Strom aus einem Pho­to­vol­ta­ik-Park im Gemein­de­ge­biet betrie­ben. So kann fast der gesam­te Ener­gie­be­darf durch Son­nen­strom gedeckt wer­den. Eine Hack­schnit­zel­hei­zung der Fir­ma Hei­zo­mat wird Spit­zen abfan­gen. Als Not­re­ser­ve dient – wie all­ge­mein üblich — ein Gas­kes­sel.

Zusam­men­ar­beit mit der ansäs­si­gen Fir­ma Hei­zo­mat

„Wir freu­en uns über die­se kli­ma­freund­li­che Wär­me­ver­sor­gung und die Zusam­men­ar­beit mit GP JOULE“, sag­te Bür­ger­meis­te­rin Susan­ne Fel­ler auf der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung. Aus der Suche nach einer neu­en Hei­zung für die ört­li­che Schu­le ent­wi­ckel­te sich das Groß­pro­jekt, das nun das gesam­te Haupt-Gemein­de­ge­biet ein­schließt.

Nun beginnt die Akqui­se. Mit Ein­zel­ge­sprä­chen bei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zu Hau­se, aber auch bei Tref­fen in Klein­grup­pen im Rat­haus wer­den die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von GP JOULE alle offe­nen Fra­gen klä­ren und zu der indi­vi­du­ell pas­sen­den Anschluss­op­ti­on für jeden Haus­halt bera­ten. Auch kom­mu­na­le Gebäu­de, wie die Schu­le, das Rat­haus oder das Feu­er­wehr­haus wer­den ange­schlos­sen. Wenn bis Ende Juni die Anschluss­quo­te im ers­ten Bau­ab­schnitt, dem Nord­wes­ten Hei­den­heims, erreicht wird, kann mit den Bau­ar­bei­ten begon­nen wer­den und schon ab 2024 die ers­te Wär­me flie­ßen.

„Für die Kun­den erge­ben sich durch das neue Wär­me­netz vie­le Vor­tei­le“, erläu­tert Felix Schwahn. Ein­mal ange­schlos­sen, muss man sich nicht mehr um recht­zei­ti­ge Brenn­stoff­lie­fe­run­gen küm­mern. Es ste­hen ver­schie­de­ne Ange­bots­pa­ke­te zur Aus­wahl, je nach indi­vi­du­el­lem Bedürf­nis. Zum Bei­spiel kann auch nur ein Teil­an­schluss bis auf das Grund­stück ver­legt wer­den, so dass ein Haus­an­schluss zu einem spä­te­ren Zeit­punkt pro­blem­los mög­lich ist. „Nicht nur wer eine alte Hei­zungs­an­la­ge im Haus hat, auch die­je­ni­gen, die in Zukunft fle­xi­bel blei­ben möch­ten, tun gut dar­an, sich jetzt mit die­sem The­ma zu befas­sen“, rät Schwahn.

Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die nicht im ers­ten Anschluss­ge­biet woh­nen, bit­tet Felix Schwahn um etwas Geduld. Es sei geplant, nach und nach den gan­zen Ort anzu­schlie­ßen und so jedem Haus­halt eine Ver­sor­gung mit Nah­wär­me zu ermög­li­chen.

Zum Betrieb des Net­zes haben GP JOULE und die Heiz­Na­tur GmbH, eine Toch­ter der Fir­ma Hei­zo­mat, die Betrei­ber­ge­sell­schaft HGP Ener­gie GmbH gegrün­det. Sie wird sich auch um die Ver­mark­tung des übri­gen Stroms küm­mern. Denn: Der 15 Hekt­ar gro­ße Solar­park wird deut­lich mehr Strom erzeu­gen, als für den Betrieb des Wär­me­net­zes not­wen­dig ist. Davon kön­nen zum einen loka­le Gewer­be pro­fi­tie­ren, die so güns­ti­gen Strom ein­kau­fen kön­nen. Zum ande­ren wird der übri­ge Strom in das Netz ein­ge­speist.

Loka­le Gewer­be­be­trie­be pro­fi­tie­ren von der Über­pro­duk­ti­on des Stroms 

Wer sich für einen Anschluss inter­es­siert, kann online auf der Web­sei­te der HGP Ener­gie (www.heidenheim-fernwaerme.de) einen unver­bind­li­chen Bera­tungs­ter­min ver­ein­ba­ren. Bei dem kann bespro­chen wer­den, wie hoch die Kos­ten eines Wech­sels sind, wel­che För­der­mög­lich­kei­ten es gibt, wel­cher Anschluss der rich­ti­ge ist und was die nächs­ten Schrit­te sind. Ist der Ent­schluss getrof­fen, kön­nen Anschluss­wil­li­ge sich ab sofort anmel­den.

Wei­te­re Infos gibt es unter www.heidenheim-fernwaerme.de.

Über GP JOULE
GP JOULE ist als inte­grier­ter Ener­gie­ver­sor­ger in allen Berei­chen der Ener­gie-Wert­schöp­fungs­ket­te aktiv: von der Erzeu­gung bis zur Nut­zung – und von der Bera­tung über die Finan­zie­rung und Pro­jek­tie­rung bis zum Bau und Ser­vice. GP JOULE pro­du­ziert und ver­mark­tet Wind- und Solar­strom, grü­nen Was­ser­stoff und Wär­me und setzt die Ener­gie dort ein, wo es am effek­tivs­ten ist: in der Elek­tro- und Was­ser­stoff­mo­bi­li­tät, in Haus­hal­ten und in der Indus­trie. So gestal­tet GP JOULE aus Deutsch­land her­aus seit 2009 das Ener­gie­sys­tem mit Zukunft in Euro­pa. Für eine siche­re, unab­hän­gi­ge und nach­hal­ti­ge Ener­gie­ver­sor­gung. Für 100 % erneu­er­ba­re Ener­gie für alle.

Die Haupt­stand­or­te des Unter­neh­mens lie­gen in But­ten­wie­sen, Land­kreis Dil­lin­gen, und im nord­frie­si­schen Reu­ßen­kö­ge, wo die Grün­der und eins­ti­gen Kom­mi­li­to­nen Hein­rich Gärt­ner und Ove Peter­sen nach ihrem Stu­di­um des Agrar-Inge­nieurs­we­sen jeweils den land­wirt­schaft­li­chen Betrieb ihrer Eltern über­nom­men und mit Fir­men­bü­ros erwei­tert haben. Für die mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­mens­grup­pe arbei­ten inzwi­schen rund 600 Men­schen in Deutsch­land, Euro­pa und Nord­ame­ri­ka.

GP JOULE wur­de für das Was­ser­stoff­mo­bi­li­täts­pro­jekt eFarm mit dem Deut­schen Mobi­li­täts­preis 2022 aus­ge­zeich­net.

Foto: Bri­git­te Dorr