Zum Erhalt der Artenvielfalt — Streuobstberaterin Leonie Funke aus dem Allgäu

von | 22. Oktober 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red).  Im Zuge des Streu­obst­pak­tes wur­de in Bay­ern nun die Grup­pe der „Streuobst-Manager*innen“ geschaf­fen, die auf allen Ebe­nen der Natur­schutz­ver­wal­tung ange­sie­delt ist und sich aus den Streuobstberater*innen, den Streuobstkoordinator*innen und den Streuobst-Verwalter*innen zusam­men­setzt. In die­ser Form gibt es übri­gens den neu­en Beruf „Streuobstberater*in“ nur in Bay­ern. Seit bereits über 100 Jah­ren unter­stüt­zen die Kreisfachberater*innen mit ihrer Fach­kom­pe­tenz die Bevöl­ke­rung sowie Ver­ei­ne und Gemein­den in der Gar­ten­kul­tur und Lan­des­pfle­ge. Leo­nie Fun­ke ist im Land­kreis Lin­dau als Streu­obst­be­ra­te­rin tätig und ver­ant­wort­lich für die Kon­zep­ti­on, Initi­ie­rung und fach­li­che Beglei­tung von Streu­obst­pro­jek­ten und Maß­nah­men zum Erhalt und zur Pfle­ge von Streu­obst­wie­sen. Sie berät und unter­stützt z.B. Pro­jekt­trä­ger, Gemein­den, Ver­bän­de und Land­wir­te, greift aber auch bei Arten­hilfs­pro­jek­ten unter die Arme. Leo­nie Fun­ke legt Wert dar­auf, dass die Ener­gie in eine nach­hal­tig attrak­ti­ve Gestal­tung des Streu­obst­an­baus gesteckt wird. „Wich­tig ist, dass wir die Lei­den­schaft bei den Men­schen für den Anbau und auch für die Wei­ter­ver­ar­bei­tung wecken. Nur so wer­den neue Bestän­de gepflanzt, wert­vol­le Alt­be­stän­de wie­der gepflegt, wie­der der regio­na­le Saft, Obst und ande­re Pro­duk­te von unse­ren Land­wirt­schafts­be­trie­ben erzeugt und von den Kon­su­men­ten gekauft“, ist sich die stu­dier­te Agrar­wis­sen­schaft­le­rin und Baum­war­tin für natur­ge­mä­ßen Obst­baum­schnitt sicher. Dabei geht es auch um den wirt­schaft­li­chen Fak­tor. „Streu­obst birgt eine so gro­ße Viel­zahl an Pro­duk­ten, die man wun­der­bar regio­nal bezie­hen kann und somit durch die kur­zen Trans­port­we­gen auch gut für‘s Kli­ma sind“.

 Netz­werk der Baumpfleger*innen

Fun­ke unter­stützt eini­ge Pro­jek­te wie die jähr­li­chen Pfle­ge­maß­nah­men und Neu­pflan­zun­gen des Land­schafts­pfle­ge­ver­bands, Saft-Pro­jek­te des Bund Natur­schutz mit den Lin­dau­er Frucht­säf­ten sowie die Tätig­kei­ten und Aktio­nen der Gemein­den. Kon­zep­te für Kur­se des Obst- und Gar­ten­bau­ver­eins bestehen bereits. „Ich möch­te Men­schen für das Gesamt­pro­jekt „Streu­obst“ begeis­tern. Dazu ist ein fach­ge­rech­ter Pfle­ge­schnitt der hoch­stäm­mi­gen Obst­bäu­me sehr wich­tig und lei­der sind vie­le Flä­chen in schlech­tem Pfle­ge­zu­stand. Da mir das The­ma am Her­zen liegt, bie­te ich dazu Schnitt­kur­se an“, sagt die 32-Jäh­ri­ge. „Mir macht es viel Freu­de, mit und in der Natur und gemein­sam mit den Men­schen zu arbei­ten, die in der Land­schaft und Land­be­wirt­schaf­tung auf so viel­fäl­ti­ge Wei­se tätig sind.“ Für Leo­nie Fun­ke ist es vor allem die Viel­falt der Bäu­me, die das The­ma Streu­obst so groß­ar­tig und span­nend macht. „Ins­ge­heim schlägt mein Herz aber für die gro­ßen Most­bir­nen. Ich fin­de, sie sind irgend­wie die Köni­gin­nen der Obst­bäu­me und gehö­ren zu unse­rem Land­schafts­bild am Boden­see und All­gäu ein­fach dazu!“ Wie die jun­ge Frau vom Boden­see die Früch­te am meis­ten liebt? „Für mich ist selbst gemach­tes Apfel­mus ein­fach ein Klas­si­ker“, gesteht Leo­nie Fun­ke. „Toll ist, dass auch das Obst ver­wer­tet wird, das äußer­lich nicht ganz so makel­los ist, wie wir es aus dem Super­markt ken­nen. Brau­ne Stel­len oder Schorf sind kei­ne Aus­schluss­kri­te­ri­en – ein­fach weg­schnei­den und fer­tig. Dann noch Bir­nen dazu und so wan­dern jedes Jahr eini­ge Glä­ser ins Vor­rats­re­gal“, schwärmt die Streu­obst­be­ra­te­rin.

 Wei­te­re Infor­ma­tio­nen ste­hen unter www.bayern-streuobstpakt.de bereit.

Bild­un­ter­schrift: Bis 2035 sol­len eine Mil­li­on zusätz­li­che Streu­obst­bäu­me im Frei­staat gepflanzt wer­den. Das haben sich die Betei­lig­ten des Streu­obst­pakts zum Ziel gesetzt. Der von der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung ver­ab­schie­de­te Streu­obst­pakt soll maß­geb­lich zum Erhalt der tra­di­tio­nel­len Form des Obst­an­baus bei­tra­gen. Bei die­sem Vor­ha­ben bedarf es der Unter­stüt­zung vie­ler tat­kräf­ti­ger Expert*innen. Eine davon ist Leo­nie Fun­ke, die seit letz­tem Jahr als Streu­obst­be­ra­te­rin im Land­kreis Lin­dau für die hoch­stäm­mi­gen Obst­bäu­me im Ein­satz ist. Foto: crys­tal com­mu­ni­ca­ti­ons