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Maulbeerbaum auf den Namen „Nero Biricianis“ getauft

WEISSENBURG (DO). Am Aumühlweiher entdeckte Gerd Meyer von Botanik Weißenburg vor zwei Jahren zufällig die „Schwarze Weißenburger“. Inzwischen hat er von der bis dato unbekannten Maulbeere Jungpflanzen gezogen. Im Rahmen des ersten Maulbeerfestes taufte sie Landrat Gerhard Wägemann auf den Namen „Nero Biricianis“.
Nur wenige Menschen wissen, dass der Maulbeerbaum auch in unseren Breiten gedeiht, biblisch alt werden kann und jeden Sommer über viele Wochen hinweg süße, köstliche Früchte spendet. Kaum jemand weiß auch, dass die Früchte nicht nur gut schmecken, sondern auch regelrechte Vitaminbomben sind. Auch den Blättern wird inzwischen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Es gibt den Weißen (Morus alba) und den Schwarzen Maulbeerbaum (Morus nigra), wobei der Weiße je nach Sorte auch schwarze Früchte hat. Das trägt einiges zur Verwirrung bei, doch fest steht, dass der Weiße Maulbeerbaum rascher wächst und frostige Winter besser verträgt. Die Früchte der Weißen sind größer und süßer. Die Maulbeerbäume blühen ab Mai bis in den späten Juni hinein, und ebenso lang trägt er schwarze, süße Früchte. Fast den ganzen Sommer über kann man seine Maulbeeren ernten und entweder frisch gleich vom Baum in den Mund stopfen, ins Joghurt einrühren, Sirup oder leckere Marmelade kochen.

Damit das kulturhistorische und genetische Erbe der Maulbeerbäume erhalten bleibt, müssen Jungpflanzen nachgezogen werden. Das macht Gerd Meyer seit vielen Jahren und er ist kaum zu bremsen, wenn er von der Maulbeerpflanze erzählt. Er ist davon überzeugt, dass der Maulbeebaum in Zeiten des Klimawandels an Bedeutung gewinnen wird. Denn er ist pflegeleicht, schnell wachsend und kommt mit extremen Temperaturschwankungen gut zurecht. „Es gibt kaum eine Pflanze, die so vielfältig ist und von der es noch so viele unentdeckte Sorten gibt, wie die Maulbeere“, schwärmt der Experte. In seiner Baumschule gedeihen Maulbeerbäume unter anderem aus Israel, Pakistan, und Armenien neben den Maulbeerbäumen aus Italien, Spanien, Österreich und jetzt auch die Morus „Nero Biricianis“ aus Weißenburg. Das „Nero“ steht für die schwarze Farbe der Früchte und das „Biricianis“ ist ein Hinweis auf das römische Weißenburg. Diese ist sehr vital im Wuchs, reich tragend und hat wohlschmeckende Früchte.

Mit dem Maulbeerfest möchte Gerd Meyer informieren und zeigen, was in dieser saftigen Frucht so alles steckt. Das Interesse war schon gleich am Morgen sehr groß. Zahlreiche Interessierte schauten sich auf dem Gelände von Botanik Weißenburg um, informierten sich über das hochwertige Angebot und die vielfältigen Maulbeerarten, probierten aber auch die leckeren Maulbeer-Produkte.

Bildunterschrift: Landrat Gerhard Wägemann (re.) und Botanik-Inhaber Gerd Meyer (li.) gossen ein leckeres Mischgetränk aus Maulbeersaft und Sekt über die Weißenburger Maulbeersorte und tauften sie auf den Namen „Nero Biricianis“. Foto: Brigitte Dorr

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