„Gastlichkeit aus Leidenschaft“ – Interview mit Armin Meiser über das neue Meiser Design Hotel in Dinkelsbühl

Dinkelsbühl (wz). Wenn es um das Meiser Vital-Hotel in Neustädtlein geht, haben HolidayCheck, Booking.com, TripAdvisor, Guide Michelin und Varta-Führer eines gemeinsam: beste Bewertungen. In dem kleinen Dörfchen, auf der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg, hat die Familie Meiser in über 40 Jahren Außergewöhnliches erschaffen. Seit Generationen ein Familienbetrieb, durch und durch. 1880 fing alles an – mit einer kleinen Gaststätte und einem kleinen Saal für Hochzeiten. 1905 die erste Tanzveranstaltung im damaligen Gasthaus Rose. Senior Fritz Meiser hat in den 70ern den Betrieb übernommen und zur überregional bekannten Tanzmetropole ausgebaut. Hier haben sich schon die deutschen Top-Stars die Klinke in die Hand gegeben. Von Andrea Berg über Wolfgang Petry und Vanessa Mai bis hin zu Helene Fischer. Seit nun fast 20 Jahren führen Armin und Thomas Meiser die Geschäfte.
Ihr Kind ist das moderne und einzigartige 4-Sterne Superior Vital-Hotel in Neustädtlein. Hier passt einfach alles. Große, komfortable Hotelzimmer, ein modernes Tagungszentrum, ein Wellnessbereich der seinesgleichen sucht und die top ausgestattete Tanzmetropole für Liveveranstaltungen aller Art. Von Abi-Bällen und Firmenjubiläen über Hochzeiten und Geburtstagsevents, bis hin zu Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys – hier finden die Gäste den passenden Rahmen zum Feiern. In Dinkelsbühl betreibt die Familie das „Meiser‘s“ – Hotel – Restaurant – Lounge. In der historischen Altstadt liegt das „Meiser‘s“ direkt am bekannten Weinmarkt. „Gastlichkeit aus Leidenschaft“, ein Slogan den die Meisers leben. Die unverkennbare Handschrift und das Meiser-Design kann jeder Gast sofort sehen und entdecken, wenn er ein Meiser-Objekt betritt. Im Sommer 2019 steht das nächste Großprojekt der Familie Meiser vor der Eröffnung: das Meiser Design Hotel mit seinen 150 Zimmern und Suiten sowie 11 Tagungsräumen vor den Toren Dinkelsbühls. Wir sprachen mit Armin Meiser über das Großprojekt und andere Themen des Unternehmens.

WZ: Bei Ihren Projekten steht immer der Name Meiser ganz vorne, führen Sie Ihre Unternehmen noch selbst oder sind Fremdgeschäftsführer eingesetzt?

Armin Meiser (A.M.): Wir sind ein echter Familienbetrieb, alles wird in der Familie besprochen, damit auch alle dahinter stehen. Auch unsere Kinder werden da mit eingebunden.
Meine Frau Stefanie und auch Susan, die Frau meines Bruders Thomas, sind im Unternehmen mit in der Geschäftsführung. Wir entscheiden bei großen Themen immer alles gemeinsam. Jeder hat zwar seinen eigenen Zuständigkeitsbereich, da spricht keiner dem anderen rein und jeder trifft für sich die Entscheidungen. Aber die großen zukunftsweisenden Themen entscheiden wir zusammen.

WZ: Das ist ja schon eine Riesenverantwortung, die Sie da haben, fast zu viel für ein Arbeitsleben.

Wenn es die „nächste Generation“, sprich unsere Kinder nicht geben würde, dann hätten wir das sicher nicht gemacht. Die Söhne meines Bruders steigen in den Familienbetrieb ein. Der Älteste, Calvin, hat erst Bankkaufmann gelernt und studiert jetzt Hotelmanagement.
Sein Bruder Marlon hat Hotelkaufmann gelernt und als Bester von ganz Baden-Württemberg abgeschlossen. Er studiert jetzt Unternehmertum an der Dualen Hochschule Karlsruhe.

WZ: Wie haben Sie sich intern aufgeteilt?

Ich bin für den kaufmännischen und Marketingbereich zuständig. Mein Bruder ist für das Personal und unsere Weiterentwicklung zuständig. Mehrmals im Jahr sucht er gezielt nach Orten, um Eindrücke zu sammeln und seinen Horizont zu erweitern.
Ich bin dann der Kaufmann und schaue, ob es auch von den Kosten umsetzbar ist.

WZ: Was dürfen wir vom neuen Hotel erwarten?

Wir werden 150 Zimmer und elf Tagungsräume haben, eine große Hotelbar, Sauna und vieles mehr. Aber das Besondere ist, es wird kein Standard Design geben, sondern unser unverwechselbares Meiser-Design.

WZ: Ihr Vater Fritz Meiser ist ja auch noch aktiv und gerne unterhält er die Gäste mit seinem Akkordeon.

Unsere Eltern unterstützen und beraten uns natürlich, sie haben ja ganz viel Erfahrung.

WZ: Wie war denn der Schritt von der erfolgreichen Tanzmetropole hin zur Hotellerie?

Ja, das ist ja alles gewachsen. 2003 haben mein Bruder und ich das Vital-Hotel auf die grüne Wiese gebaut und erstmals Millionen investiert. Unser Umfeld hat gesagt, „die spinnen, die Meisers“.
Alle zwei Jahre haben wir erweitert, den Wellnessbereich angebaut, noch ein Stockwerk drauf, die Küche ausgebaut und 2013 kam der Erweiterungsbau. Jetzt haben wir hier 77 Zimmer, Tagungsräume, Innen- und Außenpool, Fitness-Studio, Beautybereich mit Physiotherapeuten und Kosmetikerinnen. Das sind alles eigene Mitarbeiter, darauf legen wir großen Wert.

WZ: Das sind aber keine Projekte nach dem Motto, ich kam, sah und siegte.
Wir Meisers denken immer langfristig, wir denken in Generationen. Wir kommen in die sechste Generation. Das sind bei uns immer 20 bis 30 Jahre. Das hat mein Vater auch schon so gemacht, als er in den 80er Jahren die Tanzmetropole erweitert hat. Wenn das neue Design Hotel in Dinkelsbühl läuft, dann heißt das ja nicht, dass hier Schluss ist. Wir denken da schon weiter und haben auch noch neue Gedanken. Für uns ist nicht der kurzfristige Erfolg wichtig, wir wollen den langfristigen Erfolg.

WZ: Haben Sie da eine Checkliste, wie Sie vorgehen wollen?
Eine Checkliste gibt es so nicht. Natürlich haben wir aber eine Vision wo die Reise auch langfristig hingehen soll.

WZ: Vermutlich ist es gar nicht so einfach immer einen neuen Ansatz zu finden und sich nicht selbst zu kopieren?

Wir kopieren uns nicht mit unseren Häusern. Jedes Objekt steht für sich selbst, das ist die Kunst. Im neuen Design Hotel werden wir eine „richtige Stube“ haben, die aber auch so gar nichts mit unseren anderen „Stuben“ zu tun hat.
Wir nutzen natürlich die Synergien unserer beiden anderen Häuser und wir respektieren jedes für sich selbst.
Das neue Hotel ist schon an vielen Tagen ausgebucht und für Silvester gibt es auch nur noch wenige Zimmer.

WZ: Schon ein spannendes Thema, so ein Hotelneubau. Wie kommt man darauf?

Das liegt so zirka fünf Jahre zurück. Wir haben ja schon das „Meiser’s“ in der Altstadt. In den Dinkelsbühler Planungen waren ein Schulungszentrum und ein Kino und bei uns reifte der Gedanke an ein Hotel.
Die ausgeschriebene Fläche liegt ja traumhaft an der Romantischen Straße und es sind ja nur drei Minuten zu Fuß in die historische Altstadt von Dinkelsbühl. Das gab den Kick.

WZ: Dennoch muss man ja die Lücke finden.

In Neustädtlein haben wir ja eine gute Auslastung und Erfahrung. Darauf aufbauend, haben wir ein Konzept und eine Philosophie entwickelt für Business-Tagungen.
Und dann gibt es ja noch den touristischen Faktor in Dinkelsbühl und natürlich die super Lage zu den Autobahnen A6 und A7.
Wir sind gut aufgestellt. Unser Stammhaus, die Rosenstube mit drei Sternen, das „Meiser‘s“ in Dinkelsbühl am Weinmarkt, das neue 4-Sterne Design Hotel und das 4-Sterne Superior Vital-Hotel. Wir haben jetzt eine hohe Flexibilität und können unseren Gästen noch bessere maßgeschneiderte Angebote machen, die einfach passen.

WZ: Das Thema Fachkräftemangel ist ein großes Thema, wie ist das in Ihren Betrieben?

Nein, wir haben da keine so großen Sorgen. Wir bekommen sehr viele Initiativbewerbungen, da unsere Häuser doch außergewöhnlich sind und auch eine gewisse Leuchtturmfunktion einnehmen. Das ist doch toll, wenn die Mitarbeiter dahinterstehen können und gerne bei uns arbeiten. Das ist auch ein Grund, warum die Menschen sich dafür entscheiden, hier bei uns zu bleiben. Letztlich können sie sich ja aussuchen wo sie hingehen möchten.

WZ: Klingt nach einem guten Betriebsklima, darf ich fragen wie es an der Unternehmensspitze im Familienbetrieb läuft?

Viele Familienbetriebe haben Probleme, weil Sie untereinander nicht miteinander auskommen, bei uns funktioniert das. Unser Rezept – die Wege sind sehr kurz. Wir sitzen in der Planung zusammen, jeder hat sein Netzwerk und jeder bekommt sofort immer eine Entscheidung, wenn sie getroffen werden muss.
Wir waren irgendwie immer schon selbstständig im Geist. Mein Bruder und ich haben mit 15 Jahren eine Band gegründet, die „Musictramps“ und waren sogar relativ erfolgreich und bekannt.
Wir haben eben die Motivation, immer etwas Neues zu machen, das ist unsere Vision. Mein Bruder und ich haben dieses super miteinander gelöst und wir ergänzen uns. Das ist unschlagbar.

WZ: Dennoch: Man kann nicht alles selbst machen.

Mittlerweile haben wir im Unternehmen auch eine zweite Führungsebene, auf die wir uns verlassen können.
Wichtig ist uns, dass es einen Satz niemals bei uns geben wird: „Das gibt´s bei uns nicht!“. Auch jeder unserer über 20 Auszubildenden kann bei uns Ideen einbringen und findet seine Wertschätzung.

WZ: Digitalisierung ist das Schlagwort der heutigen Zeit, wie gehen Sie damit um?

Mit dem neuen Hotel haben wir auch die Chance Arbeitsprozesse neu zu überdenken. Da werden wir ganz vorne dabei sein und alle technischen und Digitalisierungs-Möglichkeiten so weit es geht nutzen.
Das geht soweit, dass Sie bei uns online buchen, einchecken und mit Ihrem Handy die Zimmertüre öffnen können. Doch das müssen Sie natürlich nicht, ein freundliches „Willkommen“ und persönliches Einchecken bei unseren Empfangsmitarbeitern wird es weiterhin geben.

WZ: Gott sei Dank! Der Start ins Berufsleben ist sicherlich auch ein wichtiger Punkt?

Wir legen sehr viel Wert auf Ausbildung, deshalb setze ich mich aktiv im DEHOGA Kreis- und Landesverband für die ganze Branche ein. Wir bilden viele Berufe aus.
Wir haben beispielsweise aktuell zwölf Koch-Azubis. Zudem ist von Restaurant- und Hotelfachleuten bis hin zur Kosmetikerin an Ausbildungsberufen alles dabei.
Viele unserer ausgelernten Mitarbeiter haben ihre Karriere bei uns begonnen und arbeiten heute in Top-Positionen in der Hotellerie – in unseren Häusern sowie in der ganzen Welt.

• Das Bild zeigt Thomas (l.) und Armin Meiser vor dem Vital-Hotel in Neustädtlein.

Foto: wochenzeitung.de

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