Update bei Netzwerktreffen

KoKi – Netzwerk „Frühe Kindheit – Frühe Hilfen“

Ansbach. Die Situation von Schwangeren und jungen Familien mit kleinen Kindern im Landkreis wurde in den Mittelpunkt des diesjährigen Netzwerktreffens der Fachstellen und Institutionen des Landkreises mit diesen Zielgruppen gestellt. Auf Einladung der beiden KoKi-Koordinatorinnen Sylvia Fichtelmann und Manuela Stern trafen sie sich kürzlich im Landratsamt. Ziel des diesjährigen Netzwerktreffen war es, eine Erhebung der bestehenden Angebote gemeinsam zu eruieren. Die Corona-Pandemie hat das spezielle Arbeitsfeld der Frühen Hilfen beeinflusst, und nun sollte die Möglichkeit in der großen Runde genutzt werden, die Konsequenzen und Entwicklungen aufzuzeigen und Rückschlüsse zu ziehen. Die Fragen waren zum Beispiel, welche Angebote wurden ausgesetzt und wiederbelebt, welche sind nicht mehr umsetzbar oder wurden neu geschaffen.

Neue Angebote bei der KoKi
Bei der KoKi mussten leider pandemiebedingt Angebote wegfallen. Vor allem Gruppenangebote können so nicht mehr angeboten und durchgeführt werden. Um weiterhin junge Familien zu unterstützen, konzipierte die Koki neue Angebote für ihre Zielgruppe. So gibt es nun seit zwei Jahren Erzieherinnen, die ambulant in die Familien gehen, um dort bei kleinkindspezifischen Schwierigkeiten zu begleiten. Die seit dem letzten Jahr angebotenen Babypflegekurse werden sehr gut angenommen und sind immer ausgebucht. Hier wird bereits Anfang Juli der dritte Kurs in diesem Jahr stattfinden. Neu ist ebenfalls der Einsatz eines Real-Care-Babys für junge Schwangere in besonderen Lebenssituationen, um auf ihren Alltag mit einem Baby vorzubereiten und die Versorgung einzuüben. Mit einem speziell mit der Suchtberatungsstelle der Diakonie entwickelten Konzept für suchtmittelabhängige Schwangere komplettieren diese neuen Angebote das Portfolio der KoKi.

Familienbildung läuft gut an
Gerade im Bereich der Familienbildung hat sich in der vergangenen Zeit sehr viel in unserem Landkreis getan. Die Koordinatorin der Familienstützpunkte, Gabriele Sattler, zeigte diese Entwicklung auf. Beginnend mit der Erhebungsphase im Jahr 2019 bis zum aktuellen heutigen Stand, der Errichtung von vier Familienstützpunkten im gesamten Landkreis, sollen bis zum Herbst alle vier Stützpunkte eröffnet sein. In Illesheim und Emskirchen sind die Familienstützpunkte sehr gut angelaufen und die Vernetzung mit den Fachstellen funktioniert. Auch Angebote der KoKi wurden dort bereits dezentral mit aufgenommen. Das Frühstücks-Café und ein Babypflegekurs laufen bereits und werden von den jungen Familien gut besucht.

Stille Geburt und Frühchen
Der Rahmen des Netzwerktreffens wurde auch genutzt, um den Fachstellen den Verein „Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken e.V.“ vorzustellen. Kerstin Strampfer-Ilkiz und Tanja Rechter möchten verwaisten Eltern und Eltern von Frühchen in den schweren Zeiten beistehen und nähen größengerechte, bunte Kleidung für Frühchen und Einschlagtücher für totgeborene Babys. Ebenso stellen sie für die verwaisten Eltern unter anderem Erinnerungskissen her und geben wichtige Kontaktdaten weiter. Ergänzend dazu gibt es in der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt die Möglichkeit sich zur Aufarbeitung dieses schweren Verlustes beraten zu lassen. Dies sind bereits wichtige Angebote, aber um mit dem Verlust umgehen zu lernen und ihren Alltag wieder leben zu können, brauchen die verwaisten Eltern oft noch viel mehr. Daraus resultierend wird die KoKi zu einem Arbeitskreis einladen.

Das Netzwerktreffen
Das Netzwerktreffen der KoKi findet einmal jährlich statt und dient dazu, eine interdisziplinäre gute Zusammenarbeit aller im Landkreis tätigen Fachstellen zu schaffen, um so den bestmöglichen Kinderschutz zu ermöglichen. Dies konnte in diesem Jahr wieder sehr gut umgesetzt werden. Die KoKi bedankt sich für die tatkräftige Unterstützung von Seiten der Fachstellen.

Bilduntertext: Tanja Rechter (links) und Kerstin Strampfer-Ilkiz (rechts) präsentieren ihre selbstgemachte Kleidung für die Frühchen und stillgeborenen Babys. Foto: KoKi, Sylvia Fichtelmann