Das wandelbare Symbol der Gerechtigkeit

ANSBACH (RED). Der Ursprung der Gerechtigkeit liegt in Oberfranken, genauer gesagt in Bamberg. Im Bamberger Dom ist nämlich die älteste Abbildung der Justitia in ihrer heutigen Form mit Waage, Schwert und Augenbinde auf dem Grab des deutschen Papstes Clemens II. zu sehen. In ihrer Ursprungsform entspringt die Justitia dem römischen Rechtssystem als ausgleichende Gerechtigkeit. Viele weitere Formen und Interpretationen lassen sich ab jetzt im Amtsgericht in Ansbach bewundern. Auf den dort ausgestellten Bildern haben die Künstler des Atelier 20 sie frei nach frei nach ihrem Gusto gemalt.

Die Justitia sei das Sinnbild der Gerechtigkeit, führt Amtsgerichtsdirektorin Gudrun Lehnberger aus. Keine Figur passe besser zu einem Gericht als die Justitia, daher wandte sich die Amtsgerichtsleiterin frühzeitig an das in Leutershausen beheimate Atelier 20. Die Künstler sollten die Justitia malen, weiter aber bewusst keine Vorgaben erhalten, sodass die jeweilige Sicht der Künstler erkennbar sei und die Ausstellung zum Diskutieren einlade. Während Lehnberger über ihre Einschätzung mancher Kunstwerke sprach, stellte sie die Frage in den Raum ob die Justiz heute wirklich noch im Name des Volkes spräche oder ob man nicht zu kompliziert in Sprache und Form sei und so nicht mehr verstanden werde.

Als Ehrengast war die Vizepräsidentin des Oberlandesgerichtes Nürnberg, Waltraud Bayerlein gekommen. Sie merkte scherzhaft an, dass wenn sich ein Amtsgericht sich mit Kunst beschäftige, es meist um illegale Graffitis gehe, diese bekämen allerdings keine Vernissage. Ähnlich wie bereits Lehnberger lobte sie die offene Form der Ausstellung. Zudem betonte sie die Fehlinterpretationen, welche durch die äußere Erscheinung der Justitia schnell entstehen können. Sie fragte sich ob wir den hohen Ansprüchen der sinnbildlichen Gerechtigkeit heute noch genügen. Eine schwierige Frage, die so manch Betroffener wohl verneinen würde.

Ekkehard Hoffmann ist der Leiter des Ateliers 20. Da sich das Atelier in der Rangaustraße 20 befinde, sei der Name Programm. Im Jahr 2019 feire man sogar eine Duplizität der Zahl durch das zwanzigjährige Jubiläum. Nachdem er seine Gedanken zu seinen selbst gemalten Bildern erklärte, dankte er Gudrun Lehnberger für die Möglichkeit in ihren Räumlichkeiten auszustellen und die große Vorlauzeit für ihn und seine Kollegen.

Foto: Vor den Werken Ekkehard Hoffmanns, (v.l.) Gudrun Lehnberger, Waltraud Bayerlein und Ekkehard Hoffmann. Foto: Luca Herrmann

 

 

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