IHK Ostwürttemberg mahnt Abschaffung der Studiengebühren an

Signal für Fachkräftesicherung setzen

Ostwürttemberg. Die IHK Ostwürttemberg mahnt die im April 2023 von der Landesregierung angekündigte Abschaffung der Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten an baden-württembergischen Hochschulen an. „Die Abschaffung muss nun umgesetzt und darf nicht weiter verzögert werden“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler.

Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) sowie die IHK Ostwürttemberg hatten bereits im Frühjahr 2023 auf die Abschaffung gedrängt. „Die Abschaffung der Gebühren für ausländische Studierende muss zeitnah umgesetzt werden, um dem fortschreitenden Fachkräftemangel begegnen zu können. Wer dem Fachkräftemangel wirksam entgegentreten will, darf keinerlei Barrieren für ausländische Studierende aufbauen“, erklärt IHK-Präsident Markus Maier. Es werde immer mehr zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit, die jungen Talente nach dem Studium auch als Fachkräfte in der Region zu halten, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler. Die IHK Ostwürttemberg, der BWIHK  und die Hochschulen des Landes sind sich in dieser Forderung einig. Gerade in Mangelfächern wie im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bestehen größere Lücken an den Hochschulen und im Arbeitsmarkt.

Streitpunkt innerhalb der Landesregierung ist offenbar die Finanzierung, wenn die Studiengebühren abgeschafft werden. Die Hochschulen fordern eine Kompensation der Gelder. Es geht um Einnahmen von rund 30 Millionen Euro pro Jahr. 2017 waren die Studiengebühren in Höhe von 1.500 Euro je Semester für Studierende aus Nicht-EU-Staaten unter Wissenschaftsministerin Theresia Bauer eingeführt worden. „Eine  Finanzierungslücke an den Hochschulen muss durch das Land vollständig kompensiert werden“, fordert Thilo Rentschler. „Unsere Hochschulen brauchen das Geld, insbesondere in Zeiten der großen Transformationsaufgaben.“

Foto: canva