WochenZeitung Altmühlfranken, Kaltenbuch, Stockbrotbacken, Tourismuverein Jura-Anlaugertal

Stockbrotbacken und Feiern – ein Spaß für Groß und Klein

(DO). Ich bin vertieft in die Weite der Landschaft. Es ist wunderschön hier, angenehm warm, aber auch sehr windig. Die zarten Grashalme bewegen sich hin und her. Immer wieder muss ich mir die Haare aus dem Gesicht streichen. Von Weitem schon sind Blasmusik und das Gemurmel von Stimmen zu hören.

Der Aussichtspunkt „Steinschütt“ hoch auf dem Jura zwischen Kaltenbuch und Geyern ist ein schönes und unberührtes Fleckchen Erde. Das ganze Jahr über wenigstens. Heute ist das anders, denn der Tourismusverein hat wieder zum Stockbrotbacken eingeladen. Ich bin überrascht, was hier los ist. Jede Menge Autos und Fahrräder stehen herum. Die Erwachsenen sitzen gemütlich auf den Bänken, genießen dabei ein kühles Bier, während die Kinder sichtlich Spaß haben beim Herumtollen, Reiten und Fußballspielen.

Langsam nähere ich mich dem Aussichtspunkt. „Fliege mit mir in die Heimat“ klingt es in meinen Ohren. Ich kann es nicht lassen. Leise summe ich die Melodie mit, die die vier Musiker der Kapelle „Zechfrei“ spielen. Inzwischen duftet es herrlich nach Bratwürsten und vom runden Steingrill steigen Rauch und kleine Flammen hoch.

Viermal im Jahr lädt der Tourismusverein Jura-Anlautertal e.V. zu diesem geselligen Treffen ein. Dabei spielt immer eine lokale Kapelle auf, eine Märchentante erzählt Geschichten, die Kinder können reiten oder sich ein Tattoo machen lassen. Bei der Schützengesellschaft Nennslingen, die ausnahmsweise vor Ort war, konnten Jung und Alt das Bogenschießen einmal ausprobieren.

Gespannt beobachte ich, wie Marga Dorner etwas Teig aus der riesigen Plastikwanne nimmt und eine kleine Schlange daraus dreht. In Reih und Glied stehen die Kinder vor ihrem Tisch und warten geduldig darauf, dass der Teig um die Spitze ihres langen Holzsteckens gedreht wird. „Aus rund 20 Kilogramm Mehl haben die Frauen Teig gemacht – einfachen Pizzateig“, beantwortet sie meine Frage. Sie erzählt mir, wie es 2003 angefangen hat mit dem Stockbrotbacken. Anfangs waren es nur ganz wenige Kinder, die auf Bestellung kamen. Was sich daraus entwickelt hat, könne ich jetzt ja sehen.

Während wir uns angeregt unterhalten, dreht sie fleißig kleine Stangen. Einen Tisch weiter steht die Vereinsvorsitzende Kornelia Treiber, die Butter auf Brote streicht und anschließend in eine Box mit viel Schnittlauch taucht.

Es ist einfach nur schön anzusehen, dass man die Kleinen mit so einfachen Dingen wie Stochbrotbacken glücklich machen kann. „Kinder brauchen nur Erde, Wasser und etwas zum Entdecken“, bringt es Marga Dorner auf den Punkt. Man sieht es ihr und den Helferinnen und Helfern an, dass sie das gern machen. Ganz geduldig sitzen die Kinder auf den Bänken rund um den Grill und halten ihre langen Holzstecken über die heiße Stelle in der Mitte. Manchmal kommt durch das runde Eisengitter eine Stichflamme hoch. Doch es kann nichts passieren. Die Kinder sind weit genug davon entfernt. Einige haben nicht aufgepasst und das Stockbrot ist ganz dunkel geworden. Das ist den Kindern aber egal. Sie lassen es mit Butter bestreichen und in Zucker tauchen und beißen dann genüsslich herunter.

Bildunterschrift: Das Stockbrotbacken ist ein beliebter Termin für Jung und Alt, Einheimische und Touristen. In diesem Jahr gibt es noch zwei Termine: Dienstag, 31. Juli, und Dienstag, 14. August, jeweils ab 19.00 Uhr. Fotos: Brigitte Dorr

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