Verkehrskonferenz Ansbach

Weg vom deutschen Perfektionismus

ANSBACH (LUH). Vergangene Wochen hatten die Landtagsabgeordneten Andreas Schalk und Manuel Westphal zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer und den Behördenvertretern um Straßenbauamtsleiter Heinrich Schmidt nach Herrieden geladen. Bei der zweiten Konferenz sollte im Austausch mit den Bürgermeistern der Region ermittelt werden, welche Verkehrsachsen Priorität haben und wo der Schuh besonders drücke. Zudem wurde für alternative Sanierungsmöglichkeiten geworben. Schnell wurde klar, dass neben der mittlerweile beinahe schon obligatorischen Absenz von ausreichend Mitteln und Mitarbeitern, vor allem auch der Grunderwerb ein Hemmnis ist.

In einer Rückschau und einem Ausblick gab Behördenleiter Heinrich Schmidt Auskunft über abgeschlossene Bauprojekte sowie Informationen über die Dringlichkeit von anstehenden Maßnahmen. Auffällig oft fiel hier der Begriff Grunderwerb, wie zum Beispiel auch bei der Ortsumgehung von Burk. Diese stehe in der Dringlichkeit weit oben, mit einem Baubeginn noch in diesem Jahr dürfte trotzdem nicht zu rechnen sein, da es an den benötigten Grundstücken hapere und die Grundbesitzer auch nicht verkaufen wollen würden. Bechhofens Bürgermeister, Helmut Schnotz wandte sich an die Politiker nicht den Landwirten den schwarzen Peter zuzuschieben. Es handele sich keineswegs nur um Blockadetaktik. Er verwies dabei auf eine gestrichene Regelung verkaufte Betriebsflächen wieder als Reinvestition in den Betrieb nutzen zu dürfen. Heutzutage müsse sie als Betriebseinnahme verbucht werden. Allgemein sei es auch ein Gebot der Stunde alle Alternativen in Betracht zu ziehen. Und so führte Manuel Westphal aus: „Es ist unsere Aufgabe Maßnahmen umzusetzen, welche angemessen sind und welche die Bürger von uns erwarten. Er verwies hier auch auf den Straßenausbauplan. Innerhalb dieses regte er an ein Sonderkontingent für Straßen zu bedenken, die bei den üblichen Vergabekriterien sonst durchfallen würden. Dass diese angemessenen Maßnahme nicht immer ein Vollausbau sein müsse, darin waren sich alle Teilnehmer einig. So lobte Feuchtwangens Bürgermeister Patrick Ruh die schnelle Sanierung der Strecke zwischen Kaierberg und Thürnhofen. „Früher musste man im Tiefbau stets dem 100-prozentigen Perfektionismus frönen, heute ist man auch einmal mit 80 Prozent Qualität zufrieden. Ich habe den Eindruck hier hat ein Umdenken stattgefunden.“ 114 angemeldete Projekte aus Westmittelfranken alleine bei den Staatsstraßen sprechen auch für ein arbeitsreiches 2019. Schon 2018 war bei einer Investitionssumme in Höhe von etwa 23 Millionen ein Jahr durch das man sich auf einem guten Weg befinde. Dennoch betonte Schmidt: „Wir werden uns nicht alles was hier steht zu 100 Prozent leisten können, auch personell haben wir immer wieder Probleme.“ Genau deshalb sei es wichtig nach der Konferenz mit einer Stimme zu sprechen und die priorisierten Achsen weiter voran zu treiben. Absoluter Fokus liegt dabei auch weiterhin auf dem Ausbau der A6. So beklagten Burgoberbachs Bürgermeister Gerhard Rammler und sein Heilsbronner Kollege Dr. Jürgen Pfeiffer, dass sich auf ihren Straßen immer wieder Staus bilden durch LKW’s. welche die A6 meiden. Eine ganz andere Baustelle, aber genauso wichtig sei der Ausbau des Radverkehrs, wenn auch für Dr. Gottfried Held von der Verkehrswacht noch Luft nach oben ist. Zudem erinnerten alle Vertreter daran, dass in den heutigen politischen Zeiten rund um das Volksbegehren zum Flächenfraß Straßenbau nicht einfacher werde. Man müsse auch die gesellschaftlichen Gegebenheiten stets im Auge beinhalten und Rücksicht auf Begegnungsverkehr und Tourismus nehmen, erläuterte Landrat Dr. Ludwig.

Foto: Heinrich Schmidt erkläre den Kommunalvertretern seine Karten. Foto: Luca Herrmann

 

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