Sparkasse Ansbach Beratungscenter

Geschäftsstellennetz auf dem Prüfstand

ANSBACH (RED). Niedrige Zinsen, schrumpfende Erträge, steigende Sach- und Personalkosten und die Auswirkungen der Digitalisierung – Diese Faktoren prägen schon seit Jahren das wirtschaftliche Umfeld im Kreditgewerbe, in dem sich auch die Sparkasse Ansbach bewegt. „Nicht zu reagieren und blauäugig einfach so wie bisher weiterzumachen, können wir uns schlichtweg nicht leisten, weil sonst die Rolle der Sparkasse als ein Wachstumsmotor der Wirtschaft und als kompetenter Partner der vielen tausend Privatkunden in der Stadt und im Landkreis Ansbach auf Dauer nicht gesichert ist.“ Mit diesen Worten beschreibt Vorstandsvorsitzender Werner Frieß die Tatsache, dass sich gegenwärtig der Vorstand in enger Abstimmung mit dem Verwaltungsrat mit der Frage beschäftigt, wie das Institut diesen gravierenden Herausforderungen in der Zukunft am besten begegnen kann.

Im Mittelpunkt der umfangreichen Analysen steht die unumstößliche Realität, dass sich das Nutzungsverhalten der Kundinnen und Kunden, was die Bankdienstleistungen der Sparkasse anbelangt, in den letzten Jahren grundlegend geändert hat. „Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen, dass im Gegensatz zu früher die Geschäftsstellen bei weitem nicht mehr so stark frequentiert werden. Basisdienstleistungen werden immer öfter online über die Internet-Filiale oder die Sparkassen-Apps erledigt. Auch über das 2017 eingerichtete Kundenservicecenter werden per Telefon viele einfache Bankgeschäfte fallabschließend geregelt. Leider kommt im Gegenzug oft nur noch eine Handvoll Kunden in die Geschäftsstellen, während unsere Internetfiliale pro Minute 8,3 Besucher verzeichnet“, betont Vorstandschef Frieß.

Neben den digitalen Angeboten bedarf es aber auch eines Filialnetzes, das in seiner Struktur und Ausstattung hochwertige und zeitlich flexible persönliche Beratung ermöglicht. Und dies in einer Tiefe, die den aktuellen Ansprüchen der Kunden z. B. in puncto Wertpapierberatung als derzeit unverzichtbarer Baustein zum Vermögenserhalt gerecht wird.

Das gegenwärtige sehr dichte, aber kleinteilige und in Teilen auch defizitäre Geschäftsstellennetz wird dem nicht mehr gerecht. Es hat sich seit den 50er bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts herausgebildet, also in einer Zeit, in der der stationäre Vertrieb in der Geschäftsstelle Normalität und eine Digitalisierung der Bankgeschäfte noch Zukunftsmusik war. Die Größe und personelle Ausstattung ist sehr unterschiedlich und gerade in kleinen Geschäftsstellen ist räumlich wie personell eine vollumfängliche Betreuung, insbesondere unter Einbindung einer qualifizierten Wertpapierberatung, nicht mehr umsetzbar.

Deshalb läuft gegenwärtig in der Sparkasse Ansbach eine genaue Untersuchung des Geschäftsstellennetzes, das neben der personellen Ausstattung und den Beratungsmöglichkeiten auch z. B. das örtliche Kundennutzungsverhalten und das betriebswirtschaftliche Ergebnis genauso mit einschließt wie die regionale Infrastruktur und die Entfernung zur nächsten Geschäftsstelle.

Dieser Vorgang ist derzeit mit hoher Intensität im Gang und wird in naher Zukunft abgeschlossen sein. „Definitive Aussagen zu den Standorten, deren Fortbestand in Frage zu stellen ist, können und wollen wir aber heute noch nicht treffen. Sicher sind aber zwei Dinge“, streicht Werner Frieß heraus: „Im Zuge der notwendigen Verschlankung unseres Geschäftsstellennetzes werden wir auch in der Zukunft im Vergleich zu Sparkassen gleicher Größe immer noch in der Fläche sehr stark vertreten sein. Aber wir müssen die uns auszeichnende Nähe zum Kunden im Zeitalter der Digitalisierung neu und zeitgemäß definieren.“

Am Ende dieses Prozesses werde es sicher weniger Geschäftsstellen geben. „Die Geschäftsstelle behält weiterhin ihre Bedeutung, sie wird sich aber hinsichtlich Anzahl, Größe und Ausstattung verändern“, ergänzt stv. Vorstandsvorsitzender Stefan Fink. „Das gilt vor allem für die größten von ihnen, unsere 14 Beratungscenter mit einer attraktiven Gestaltung und einer modernen technischen Ausstattung. Diese Standorte werden kräftig personell verstärkt und die dort vorhandene Fachexpertise ausgeweitet, um den gestiegenen Bedürfnissen der Kunden nach hochwertiger, wohnortnaher Beratung in der Fläche besser gerecht werden zu können“.

Foto: Das Beratungscenter in Rothenburg. Foto: Sparkasse Ansbach

 

 

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