Das Fränkische Schatzkästchen bekommt Besuch

ABSBERG/KALBENSTEINBERG (RED). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Schieferneueindeckung des Turms und die Ziegelneueindeckung des Chors an der sogenannten Rieterkirche in Absberg dank der Lotterie GlücksSpirale 42.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 5. Juli 2018 um 10.00 Uhr Thomas Geismann vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD, gemeinsam mit Sylvia Fischer von Lotto Bayern an Pfarrer Martin Geisler.

Die evangelische Pfarrkirche St. Marien und Christopherus zählt zu den über 400 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte. Das spätgotische Gotteshaus ist eines der bedeutendsten Baudenkmale des mittelfränkischen Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Die wegen der sehr reichen, gut erhaltenen und kunsthistorisch wertvollen Ausstattung „Fränkisches Schatzkästchen“ genannte Saalkirche steht in der Dorfmitte von Kalbensteinberg, einem Ort in der reizvollen Fränkischen Seenlandschaft. Der Sandsteinquaderbau mit Satteldach, eingezogenem, dreiseitig schließendem Chor und Westturm mit Spitzhelm stammt aus dem 14. und 15. Jahrhundert, der Innenausbau von 1610. 1620 wurde die Decke der Kirche abgesenkt, um einen Dachboden für die Hopfenlagerung zu schaffen. Der äußere Umriss des Baus erinnert an die großen Nürnberger Stadtkirchen St. Sebald und St. Lorenz.

Die Ausstattung ist in einem erhaltenen Rechnungsbuch auf über 100 Seiten bis ins Detail dokumentiert. Gruft, Taufstein, Kanzel und Emporen, nachgotische Maßwerkbrüstungen, Chorfresken und der Renaissanceschrein des Hochaltars sind vorbildlich aufgezeichnet.

So gehören zur wertvollen Ausstattung neben dem Hochaltar von 1611 und den Emporen aus dem 17. Jahrhundert zwei Seitenaltäre aus der Werkstatt Michael Wolgemuts, des Lehrers Albrecht Dürers. An den Wänden sind zahlreiche Wappen und Totenschilde erhalten. Besondere Beachtung verdienen eine Ikone aus dem frühen 16. Jahrhundert, die den hl. Theodor Stratelates, und eine gotische Palmsonntags-Prozessionsfigur von 1470, die Jesus auf dem Palmesel sitzend zeigt.

Prägend für Gestalt und Ausstattung der Kirche waren die Patrizierfamilie Rieter und die freie Reichsstadt Nürnberg, aber auch der Umstand, dass das Gotteshaus bis zur Reformation als Wallfahrtskirche genutzt wurde.

Bildunterschrift: Kirche St. Marien und Christopherus in Kalbensteinberg. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

 

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