Richtig Fasten – „Fasten hat etwas Befreiendes“

Aalen (WZ). Seit Jahrtausenden legt der menschliche Körper jede überschüssige Kalorie als Fettreserve ab – für schlechte Zeiten. Die gut gemeinte Erfindung der Natur passt jedoch nicht mehr zu unseren heutigen Lebensumständen. Nahrung im Überfluss und wenig Bewegung machen die Menschen dick. Die Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt, ist für viele Anlass, ihr Gewicht zu reduzieren.

 „Als Nachfahren der Jäger und Sammler kämpfen wir heute nicht gegen den Hunger, sondern gegen das Übergewicht“, sagt Lucia Haldenwang, Ernährungsberaterin bei der AOK Ostwürttemberg. Bundesweit bringen 62 Prozent der erwachsenen Männer und 43 Prozent der Frauen zu viel auf die Waage, mit steigender Tendenz. Deshalb nehmen viele die Fastenzeit auch zum Anlass, ihr Gewicht zu reduzieren. Das Fasten hat eine lange Tradition und wird in vielen religiösen Gemeinschaften praktiziert. „In Deutschland ist vor allem die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bekannt. Aber auch für nichtreligiöse Menschen kann der bewusste Verzicht etwas Befreiendes haben“, so Haldenwang. Fasten kann bedeuten, auf Genuss- oder bestimmte Lebensmittel zu verzichten, aber auch Angewohnheiten bewusst zu ändern oder darauf zu verzichten. So wird die Fastenzeit beispielsweise auch für eine Auszeit in Sachen Süßigkeiten, Rauchen oder Smartphone genutzt.

Wenn sich das Fasten nur auf bestimmte Handlungen oder Genussmittel beschränkt, kann es grundsätzlich von jedem durchgeführt werden und verursacht keine gesundheitlichen Probleme. Anders ist es beim Heilfasten. Hier wird weitestgehend auf feste Nahrung verzichtet. Je nach Art wird nur Wasser, Brühe und/oder Saft aufgenommen. Doch um langfristig abzunehmen ist Heilfasten nicht unbedingt der richtige Ansatz. „Man verliert während des Fastens zwar an Gewicht, aber dadurch, dass der Stoffwechsel umgestellt ist, kommt es meist zum Jojo-Effekt. In der Regel wird das Ursprungsgewicht nach dem Fasten daher relativ bald wieder erreicht, sofern nicht eine Ernährungsumstellung erfolgt“, sagt Lucia Haldenwang von der AOK Ostwürttemberg. Und wer zu lange heilfastet, kann Mangelerscheinungen und Nährstoffdefizite bekommen. „Heilfasten sollten immer nur gesunde Erwachsene und das auch nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Hausarzt“, so die AOK-Ernährungsexpertin.

 Ein ganz wesentlicher Punkt für gesundes und dauerhaftes Abnehmen ist nach wie vor regelmäßige Bewegung. „Bei dem Gedanken braucht niemand weiche Knie zu bekommen“, meint die AOK-Ernährungsexpertin. „Drei flotte Spaziergänge pro Woche über mindestens 20 Minuten helfen da schon kräftig in der Bilanz.“ Jede zusätzliche Aktivität, ob im Haushalt oder im Garten, auf dem Weg zur Arbeit oder im Büro, verbraucht Energie. Haldenwang: „Erschweren Sie sich bewusst das Leben. Parken Sie mit dem Auto etwas weiter weg und gehen Sie den Rest zu Fuß zu Arbeit. Und Treppen steigen hilft auch gegen Rückenschmerzen.“

 Allgemein gilt, dass eine abwechslungsreiche Ernährung zusammen mit körperlicher und geistiger Aktivität die besten Maßnahmen für einen ausgeglichenen Lebensstil sind. „Unsere Präventionsaufgabe sehen wir als ´Gesundheitskasse´ darin, den Menschen den Zugang zu mehr Gesundheit ganz einfach zu machen“, so Haldenwang. „Daher bieten wir unseren Versicherten Sport- und Abnehmkurse, aber auch Ernährungsberatungen kostenfrei und auf kürzesten Wegen, in Wohnortnähe an.“

 

Foto: Pixabay

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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